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      <title-group>
        <article-title>U ber das Au osungsvermogen von Magnetic-Particle-Imaging</article-title>
      </title-group>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Tobias Knopp</string-name>
          <email>knopp@imt.uni-luebeck.de</email>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Sven Biederer</string-name>
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          <string-name>Timo F. Sattel</string-name>
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          <string-name>Marlitt Erbe</string-name>
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          <string-name>Thorsten M. Buzug</string-name>
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        <aff id="aff0">
          <label>0</label>
          <institution>Institut fur Medizintechnik, Universitat zu Lubeck</institution>
          ,
          <addr-line>Lubeck</addr-line>
        </aff>
      </contrib-group>
      <fpage>329</fpage>
      <lpage>333</lpage>
      <abstract>
        <p>Kurzfassung. Das bildgebende Verfahren Magnetic-Particle-Imaging (MPI) ermoglicht die Bestimmung der ortlichen Verteilung super-paramagnetischer Nanopartikel in-vivo. Fur eine 1D-Messsequenz kann die Bildgebungsgleichung des Verfahrens als Faltung formuliert werden. Anhand der Halbwertsbreite des Faltungskerns kann die erreichbare Ortsau osung von MPI abgeschatzt werden. Dieses Ma berucksichtigt allerdings weder das Rauschen der Messdaten noch den moglichen Au osungsgewinn, der durch eine Entfaltung erreicht werden kann. In dieser Arbeit wird die Modulationsubertragungsfunktion des Bildgebungsprozesses auswertet, um so das Au osungsvermogen von MPI in Abhangigkeit vom Rauschen zu ermitteln.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
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  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Einleitung</title>
      <p>MPI verwendet fu¨r die Bildgebung zwei verschiedene Magnetfeldtypen. Dies ist
zum einen ein statisches Selektionsfeld HS(x) = Gx, das linear mit der
Gradientsta¨rke G ansteigt und einen feldfreien Punkt (FFP) im Ursprung aufweist.
Zum anderen wird ein homogenes dynamisches Anregungsfeld HD(t) verwendet,
das den FFP durch den Raum bewegt und so den Messbereich abtastet. In
einfachster Form steigt das Anregungsfeld linear mit der Zeit an und kann durch
HD(t) = t; t 2 [ T2 ; T2 ) mit der Feldanstiegsrate und der Repetitionszeit
T beschrieben werden. Durch das Anregungsfeld wird der FFP linear im Raum
verschoben und befindet sich zum Zeitpunkt t an der Position x˜ = G t.</p>
      <p>Die Felda¨nderung verursacht eine zeitliche und ra¨umliche A¨nderung der
Partikelmagnetisierung M (x; t), die unter Annahme einer ausreichend schnellen
Relaxationszeit in der Form M (x; t) = c(x)m(H(x; t)) mit der
Partikelkonzentration c und dem magnetischen Durchschnittsmoment m geschrieben werden kann.
Das in einer Empfangsspule induzierte Signal kann nach [3, 4] als Faltung
u(t) =
∫ ∞</p>
      <p>−∞
mit dem Faltungskern
c(x) m˜(G−1 t</p>
      <p>x) dx = (c m˜) (G−1 t)
m˜ (x) :=
0p m′(Gx)
geschrieben werden. Dabei beschreibt p die Empfangsspulensensitivita¨t und 0 =
4 10−7 Hm−1 die Permeabilita¨t im Vakuum. Die Position, an der die Faltung
ausgewertet wird, ist gerade der FFP x˜, so dass die Bildgebungsgleichung nach
der Koordinatentransformation x˜ = G t als gewo¨hnliche Faltung
s(x˜) := u (G x˜)= (c m˜) (x˜)
geschrieben werden kann. In der Realita¨t wird das ideale Messsignal s(x˜) durch
Rauschen mit Standardabweichung gesto¨rt, welches durch den
Rauschwiderstand der Empfangsspulen verursacht wird.
2.2</p>
      <p>Modulationsubertragungsfunktion
Ein bekanntestes Maß zur Untersuchung des Auflo¨sungsvermo¨gens von
Bildgebungssystemen ist die Modulationsu¨bertragungsfunktion (MTF) [6]. Diese gibt
an, in welchem Maße der Kontrast einer abgebildeten Struktur durch eine
Faltung geda¨mpft wird. Formal wird die MTF u¨ber die Fouriertransformierte des
Faltungskerns definiert und ist durch</p>
      <p>
        MTF(f ) = jmˆ (f )j
j mˆ(0)j
(
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">1</xref>
        )
(
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">2</xref>
        )
(
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
        )
(
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
        )
mit mˆ(f ) = F ( m˜(x)) gegeben. Die MTF ist so normiert, dass der Gleichanteil
eines Signals einen Kontrast von eins hat. In Abbildung 1 ist die MTF des
MPIBildgebungsprozesses fu¨r verschiedene Partikelgro¨ßen dargestellt.
      </p>
      <p>Um aus der MTF die maximal erreichbare Ortsauflo¨sung zu bestimmen, wird
im Folgenden eine Partikelverteilung</p>
      <p>
        c(x) = c0(1 + sin(2 f0x))
mit der Ortsfrequenz f0 und der mittleren Konzentration c0 betrachtet. Da die
Faltung (
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
        ) im Frequenzraum durch eine Multiplikation mit der
Fouriertransformierten des Faltungskerns beschrieben werden kann, gilt fu¨r das SNR
SNR(f0) = c0jmˆ (f0)j = c0MTF(f0)j mˆ(0)j = MTF(f0)SNR(0):
(
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">6</xref>
        )
Zur Bestimmung der maximal erreichbaren Auflo¨sung kann die Frequenz
bestimmt werden, bei der das SNR unter den Wert eins fa¨llt. Auflo¨sen nach der
Frequenz ergibt anschließend
f max = MTF−1
(
      </p>
      <p>1
SNR(0)
)
;
wobei MTF−1 die Inverse der MTF bezeichnet. Diese sollte nicht mit der
inversen Fouriertransformation F −1 verwechselt werden. Um die Ortsfrequenz in ein
La¨ngenmaß R umzurechnen, kann</p>
      <p>1 1
R = 2f max = 2MTF−1 (</p>
      <p>
        1
SNR(0)
)
verwendet werden. Der Faktor 12 ist no¨tig, um die Auflo¨sung als die Gro¨ße des
kleinsten noch auflo¨sbaren Objektes anzugeben. Andere Definitionen geben die
Auflo¨sung als Breite eines gerade noch aufgelo¨sten Linienpaares an.
Abb. 1. MTF des MPI-Bildgebungsprozesses fur verschiedene partikeldurchmesser und
eine gro enverteilung an Partikeln (Log-Normalverteilung mit einem Mittelwert von
16.4 nm und einer Standardabweichung von 4 nm).
(
        <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
        )
(
        <xref ref-type="bibr" rid="ref7">7</xref>
        )
(8)
      </p>
      <p>Um die Auflo¨sungsabscha¨tzung (8) zu validieren, wurden Messungen mit dem
in [7] vero¨ffentlichten Single-Sided-MPI-Scanner durchgefu¨hrt. Zur Bestimmung
der inversen MTF werden verschiedene Scannerparameter beno¨tigt. Dies ist zum
einen der Gradient G, der in dem betrachteten Messbereich von 1.5 mm bis
16.5 mm zwischen 0.8 Tm−1 −1 und 1.3 Tm−1 −1 variiert und zum anderen
0 0
das SNR bei Frequenz null, das zwischen 90 und 680 liegt (Abb. 2). Weiterhin
geht in die MTF die Partikelgro¨ßenverteilung mit ein, die fu¨r den verwendeten
Tracer Resovist durch eine Log-Normalverteilung mit 16.4 nm Mittelwert und
4 nm Standardabweichung beschrieben wird. Aufgrund der Ortsabha¨ngigkeit der
Gradientensta¨rke und des SNR variiert auch die erreichbare Auflo¨sung. Diese
wird mittels (8) in jedem Punkt im Messbereich separat bestimmt.</p>
      <p>Zur Validierung der abgescha¨tzten Auflo¨sungen wird die Auflo¨sung des
Systems mit einer Punktprobe vermessen, die durch den Messbereich bewegt wird.
An jeder Position wird eine Messung durchgefu¨hrt und die Halbwertsbreite des
rekonstruierten Punktes bestimmt.
3</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Ergebnisse</title>
      <p>In Abb. 3 sind die Rekonstruktionsergebnisse der Punktprobe sowie die
gemessenen und abgescha¨tzten Auflo¨sungen dargestellt. Wie man sieht, nimmt die
Auflo¨sung des Scanners mit dem Abstand zum Scanner ab. Dies liegt daran,
dass bei der asymmetrischen Spulenanordnung sowohl der Gradient als auch das
SNR mit Abstand zum Scanner fa¨llt. Weiterhin ist erkennbar, dass zwischen der
gemessenen und der abgescha¨tzten Auflo¨sung eine gute U¨ bereinstimmung
vorliegt. Die bislang bei MPI betrachtete Halbwertsbreite des Faltungskerns weist
eine deutliche Abweichung zu dem tatsa¨chlichen Auflo¨sungsverlauf auf.
Abb. 2. SNR (oben) und Gradientenstarke (unten) des Single-Sided-MPI-Scanners in
Abhangigkeit von der Position. Das Koordinatensystem ist so gewahlt, dass die
Oberache des Scanners bei x = 0 liegt.
Abb. 3. Rekonstruktionsergebnisse der Punktprobe (links) sowie die gemessenen und
abgeschatzten Au osungen (rechts).
4</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Diskussion</title>
      <p>In dieser Arbeit wurde das Auflo¨sungsvermo¨gen von Magnetic-Particle-Imaging
mittels der Modulationsu¨bertragungsfunktion untersucht. Es wurde ein
Ausdruck zur Abscha¨tzung der Auflo¨sung hergeleitet, der anhand von
MPI-Messdaten validiert wurde. Bislang wurde das Auflo¨sungsvermo¨gen von MPI durch
die Halbwertsbreite des Faltungskerns abgescha¨tzt. Dieses Maß beru¨cksichtigt
aber weder das SNR der Messdaten noch den mo¨glichen Auflo¨sungsgewinn, der
durch eine Rekonstruktion erzielt werden kann. Bei den betrachtet Daten liegt
die Halbwertsbreite je nach Gradient zwischen 1.2 mm und 1.8 mm wohingegen
die tatsa¨chliche Auflo¨sung zwischen 1.0 mm und 2.7 mm variiert. Das in dieser
Arbeit vorgeschlagene Maß fu¨r die Auflo¨sung stimmt dagegen mit der
tatsa¨chlichen Auflo¨sung gut u¨berein.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Literaturverzeichnis</title>
    </sec>
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