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      <title-group>
        <article-title>Entwicklung eines quantitativen Auswertungssystems zur Evaluierung von Inhalationsmethoden</article-title>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Ljudmila Mursina</string-name>
          <email>ljudmila.mursina@mni.fh-giessen.de</email>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Johannes T. Heverhagen</string-name>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Damiano Librizzi</string-name>
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          <string-name>Andreas Pfestroff</string-name>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Martin Fiebich</string-name>
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          <label>0</label>
          <institution>Institut fu ̈r Medizinische Physik und Strahlenschutz</institution>
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          <addr-line>FH Gießen-Friedberg</addr-line>
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          <label>1</label>
          <institution>Klinik fu ̈r Nuklearmedizin, Universita ̈tsklinikum Gießen und Marburg</institution>
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        <aff id="aff2">
          <label>2</label>
          <institution>Klinik fu ̈r Strahlendiagnostik, Universita ̈tsklinikum Gießen und Marburg</institution>
        </aff>
      </contrib-group>
      <fpage>369</fpage>
      <lpage>373</lpage>
      <abstract>
        <p>Kurzfassung. Der Behandlung von Patienten mit obstruktiven Atemwegserkrankungen wie z.B. Asthma bronchiale oder COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) steht die Inhalationstherapie im Vordergrund. Bei der Entwicklung neuer Inhalationstherapie ist es wichtig, die Wirksamkeit bezu¨glich der Deposition von inhalierten Wirkstoffpartikeln in den Atemwegsabschnitten innerhalb und außerhalb der Lunge zu pru¨fen. Zu diesem Zweck wurde vor Beginn einer klinischen Studie zur Evaluation einer neuen Inhalationsmethode ein quantitatives Auswertungssystem entwickelt. Es wurden retrospektiv die RoutineUntersuchungsdaten von 15 Patienten fu¨r Implementierungs- und Testzwecke herangezogen. Die Daten beinhalten Aufnahmen des Atmungssystems, das mittels Molekularer Bildgebung mit Hilfe von Radionukliden zweidimensional erfasst wurde. Die Verfahren zum Nachweis der Deposition der Medikamente in den oberen Atemwegen, der Lunge sowie im Magenbereich und zur Depositionsmengen-Berechnung im intrathorakalen und extrathorakalen Bereich wurden implementiert. Es konnten Informationen u¨ber die Regionalverteilung des inhalierten Pra¨parats innerhalb der Lunge gewonnen und als prozentualer Anteil an der Gesamtmenge des Pra¨parats ausgedru¨ckt werden.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
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  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>Da nach Prognosen von Epidemiologen bis zum Jahre 2020 die Ha¨ufigkeit von
Lungenerkrankungen zunehmen und eine der ha¨ufigsten Todesursachen werden
wird, bedarf es neuer effizienter Therapiemethoden fu¨r Patienten mit
Lungenfunktionssto¨rungen. Der Bestimmungsort von Medikamenten, die bei der
Behandlung von Lungenfunktionssto¨rungen angewendet werden, ist der periphere
Bereich (Alveolarbereich) der Lunge.</p>
      <p>Die Molekulare Bildgebung wird dabei zur Analyse der inhalierten Wirkstoffe
in der Lunge eingesetzt. Die Analyse der inhalierten Wirkstoffe bzw. der
Nachweis von Wirkstoffen und deren Deposition in der Lunge wird mittels
Gammakamera durchgefu¨hrt. Dabei ist zwischen zwei-dimensionalen (planare
Szintigraphie) und drei-dimensionalen Aufnahmetechniken – Single Photon Emission</p>
      <p>Computed Tomography (SPECT) und Positron Emission Tomography (PET) –
zu unterscheiden.</p>
      <p>
        SPECT und PET liefern detailliertere Informationen u¨ber die Verteilung
der Pharmazeutika in intrathorakalen und extrathorakalen Bereichen des
Ko¨rpers [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1 ref2">1, 2</xref>
        ]. Die dreidimensional aufgenommene Lunge wird dabei in 10
konzentrische Segmente aufgeteilt, die sich um den Hilus befinden. Somit kann die
quantitative Analyse der inhalierten Wirkstoffe in jedem Segment der Lunge –
angefangen vom Zentrum bis zur Peripherie – durchgefu¨hrt werden. Im
Gegensatz zu dreidimensionalen Methoden findet bei der planaren Szintigraphie eine
U¨ berlagerung von segmentierten Regionen statt. Die planare Methode hat sich
trotzdem, durch deren Einsatz in vielen kommerziellen und wissenschaftlichen
Studien, die zur Analyse der u¨ber Inhalation verabreichten Pra¨parate
durchgefu¨hrt wurden, als probat erwiesen.
2
2.1
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Material und Methoden</title>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>Untersuchungsdesign</title>
        <p>Fu¨r Implementierungs- und Testzwecke zur quantitativen Auswertung wurden
retrospektiv planare Gammakameraaufnahmen von 15 Patienten herangezogen,
die im Rahmen der Routinediagnostik entstanden sind. Dabei wurden nur die
Ventilationsuntersuchungen von Patienten mit Lungenfunktionssto¨rungen
betrachtet. Bei dieser Art der Untersuchung inhalierten die Patienten u¨ber ein
geschlossenes System bis zu 5 min lang ein mit Technetium-99m markierten
Albumin-Nanokolloid Aerosol. Unmittelbar nach der Inhalation des Aerosols
wurden jeweils 8 Bilder aus 4 Kamerapositionen (anterior/posterior, RAO/LPO,
RL/LL, RPO/LAO) vom Oberko¨rper des Patienten in liegender Position mittels
einer Doppelkopfgammakamera aufgenommen.</p>
        <p>Die von der Doppelkopfgammakamera aufgenommenen Scans (planare
Bilder) sind in Form einer 128 128 Matrix dargestellt. Jedes Matrixelement
(Pixel) repra¨sentiert einen Bereich im dreidimensionalen Objekt des Ko¨rpers. Jeder
Pixel entha¨lt Informationen u¨ber die Summe aller Signale (Impulse), die entlang
des jeweils zugeordneten Messstrahls von der Gammakamera registriert werden.
So ergibt sich ein Grauwert, der diese Informationen abbildet. Die Matrixpixel
enthalten dabei keine Daten u¨ber die Tiefe des aufgenommenen Objekts.</p>
        <p>Damit die Verteilung des Pra¨parats im gesamten System aufgezeigt und
als prozentueller Anteil an der Gesamtmenge des inhalierten Aerosols
ausgedru¨ckt werden konnte, wurden bei zwei Patienten u¨berplanma¨ßig wa¨hrend einer
Routine-Untersuchung die Ganzko¨rperscans und die Bilder des
RadioaerosolZufuhr-Systems aufgenommen. Desweiteren wurden die Referenzmessungen bei
diesen Aufnahmen durchgefu¨hrt.
2.2</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>Korrekturvorgang</title>
        <p>
          Fu¨r die Auswertung der vorhandenen Gammakamerascans wurden die anterior
und posterior Aufnahmen selektiert und ein geometrisches Mittel gebildet. Diese
Datensa¨tze stellen somit die prima¨re Datenmenge dar [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
          ]. Es wurde als erstes die
Hintergrundaktivita¨t ermittelt, indem man zwei außerhalb der Lunge – links und
rechts vom jeweiligen Lungenflu¨gel – befindliche Segmente auswa¨hlt (Abb. 1a).
Die Impulswerte aus diesen Segmenten wurden ausgelesen und der Mittelwert
gebildet, der als Hintergrundradioaktivita¨t dient. Von jedem Pixel im Bild
wurde dann die Hintergrundradioaktivita¨t abgezogen. Nach diesem Vorgang entsteht
die sekunda¨re Datenmenge. Als na¨chstes wurde der Absorptionskoeffizient nach
Pitcairn und Newman [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
          ] ermittelt und mit der sekunda¨ren Datenmenge
multipliziert. Der Korrekturvorgang wird durch die Zerfallskorrektur vervollsta¨ndigt.
Die nach diesem Aufbereitungsvorgang vollsta¨ndig korrigierte Datenmenge steht
fu¨r die Segmentierung zur Verfu¨gung.
2.3
        </p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-3">
        <title>Segmentierungsvorgang</title>
        <p>
          Aus der Datenmenge wurde ein Schwellenwert ermittelt, der 10 % von dem
ho¨chstgemessenen Wert im Bild betra¨gt. Die Lunge wurde mit Hilfe des
Schwellenwertes segmentiert und konturiert. Die Lungensegmente wurden im na¨chsten
Schritt in drei Bereiche (zentral, intermedia¨r, peripher) aufgeteilt. Die
Aufteilung wurde mittels 5 8 Raster-Methode (Abb. 1b) vorgenommen. So wurden
die einzelnen Lungenflu¨gel von einem Raster umrandet, der in 40 Quadrate (5
8 Matrix) aufgegliedert wurde. Jeder der drei Bereiche (Interessensregionen)
der jeweiligen Lungenflu¨gel beinhaltet eine unterschiedliche Quadratanzahl. Der
intermedia¨re Bereich impliziert eine 3x5 Matrix. Die zentrale Zone, die um den
Hilus gezeichnet wurde, beinhaltet eine 2 3 Matrix. Dabei wurde der
Hiluspunkt gema¨ß [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
          ] berechnet. Alle somit ermittelten Interessensareale sind
ineinander verschachtelt. Die periphere Region ist dabei von besonderer Bedeutung
bei der Auswertung.
        </p>
        <p>(a) Hintergrundaktivita¨t
(b) 5</p>
        <p>Abb. 1. Bilder von zwei Patienten mit vermindert ventilierten Arealen der Lunge.</p>
        <p>Der Magenbereich und die oberen Atemwege wurden nach dem gleichen
Prinzip segmentiert, wobei eine weitere, feinere Aufteilung entfa¨llt. Hierbei wurden
die Ganzko¨rperaufnahmen verwendet (Abb. 2a).</p>
        <p>Die innerhalb einer jeweiligen Interessensregion deponierte Wirkstoffmenge
wurde im weiteren Verarbeitungsschritt quantitativ berechnet. Somit wurden
Informationen u¨ber die Regionalverteilung des angewendeten Pra¨parats innerhalb
der Lunge gewonnen.</p>
        <p>Damit diese Verteilung als prozentueller Anteil an der Gesamtmenge des
inhalierten Pra¨parats ausgedruckt werden konnten, wurden die Ganzko¨rperscans
(Abb. 2a) und die Bilder des Radioaerosol-Zufuhr-Systems (Abb. 2b)
herangezogen. Die Referenzdosis beider Bilder wurde nach der Segmentierung zur
Quantifizierung eingesetzt. Somit la¨sst sich die Aktivita¨t im gesamten System und in
einzelnen Interessensbereichen nachweisen.
3</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Ergebnisse</title>
      <p>Mittels der implementierten Algorithmen wurde automatisch das geometrische
Mittel berechnet, alle Aufnahmekorrekturen durchgefu¨hrt und die
Segmentierung aller Interessensregionen des gesamten Systems vorgenommen.
Anschließend wurde die Aktivita¨t jeder segmentierten Region mit der Referenzdosis
verglichen. So konnte die Wirkstoffmenge in jedem Areal berechnet und als
prozentualer Anteil an der Gesamtmenge des inhalierten Pra¨parats ausgedru¨ckt
werden. Die Depositionsmengen im intrathorakalen und extrathorakalen Bereich
konnten so automatisch ermittelt werden.</p>
      <p>Im Bild (Abb. 3) ist dabei die ermittelte Verteilung des inhalierten Aerosols
im gesamten System schematisch dargestellt. Hierbei kann festgestellt werden,
dass sich die meiste Aktivita¨t im Radioaerosol-Zufuhr-System (bis zu 80–90 %)
nachweisen la¨sst.</p>
      <p>(a) Thorakaler Bereich</p>
      <p>(b) Radioaerosol-Zufuhr-System
Abb. 2. Verteilung des inhalierten Aerosols im intrathorakalen und extrathorakalen
Bereich sowie im Radioaerosol-Zufuhr-System.
4</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Diskussion und Ausblick</title>
      <p>
        In dieser Arbeit wurde eine der Methoden vorgestellt, mit der die Analyse und
Quantifizierung der inhalierten Wirkstoffe in der Lunge mo¨glich ist. Die
angewendete Methode – auf Basis von Szintigrammen – ist allerdings eingeschra¨nkt,
da die ra¨umliche Verteilung eines Radionuklids im Ko¨rper zweidimensional
dargestellt wird [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1 ref2">1, 2</xref>
        ]. Durch die Korrekturen von Scans, die in diesem Projekt
eingesetzt wurden, lassen sich die bekannten Schwa¨chen der
zweidimensionalen Aufnahmemethode nicht verbessern. Die implementierten Algorithmen zur
Analyse und Quantifizierung dienen als Modell zur Automatisierung des
quantitativen Auswertungsprozesses zur Wirkstoffdeposition in der Lunge.
      </p>
      <p>Im na¨chsten Schritt ist die Modifizierung der zweidimensional
aufgenommenen Atmungsorgane in dreidimensionale Objekte geplant. Hierzu werden
statistische Scha¨tzmethoden wie z.B. das Maximum-Likelihood-Verfahren angewendet.
Es wird erwartet, dass die Pra¨zision der Berechnung der deponierten
Medikamentenpartikel in der Lunge durch die simulierte ra¨umliche Darstellung erho¨ht
wird.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Literaturverzeichnis</title>
    </sec>
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