<!DOCTYPE article PUBLIC "-//NLM//DTD JATS (Z39.96) Journal Archiving and Interchange DTD v1.0 20120330//EN" "JATS-archivearticle1.dtd">
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      <title-group>
        <article-title>Erweiterung einer Toolbox zur semiautomatischen Volume-of-Interest Segmentierung kortikaler Gehirnregionen</article-title>
      </title-group>
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          <string-name>Eduard Fried</string-name>
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          <string-name>Stefan Wilke</string-name>
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          <string-name>Gudrun Wagenknecht</string-name>
          <email>g.wagenknecht@fz-juelich.de</email>
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      </contrib-group>
      <fpage>404</fpage>
      <lpage>408</lpage>
      <abstract>
        <p>Kurzfassung. Multimodale Bilddaten (MRT, PET) des Gehirns liefern wichtige Informationen fur die Diagnose von Gehirnerkrankungen, wie z.B. M. Alzheimer. Von besonderem Interesse sind dabei Untersuchungen in ausgewahlten kortikalen Regionen des Gehirns (Volumes-of-Interest, VOIs). Oft werden solche VOIs in 2D Schnittbildern manuell markiert. Zur Beschleunigung dieser zeitaufwendigen Prozedur wird eine Toolbox zur intuitiven Markierung kortikaler VOIs auf Basis der 3D Kortexoberache entwickelt. Die 3D Visualisierung der Kortexober ache und die automatische Bestimmung von Startpunkten werden erlautert und Ergebnisse prasentiert.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Einleitung</title>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Material und Methoden</title>
      <p>
        Als Eingabe dient ein klassifizierter Datensatz, der die Klassen Kalotte (K),
Liquor (L), graue Masse (GM) und weiße Masse (WM) sowie Hintergrund (H)
beinhaltet. Dieser Datensatz wird in einem Vorverarbeitungsschritt aus den
akquirierten MRT-Bilddaten erstellt [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
        ]. Die einzelnen Schritte lassen sich wie
folgt zusammenfassen [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
        ]. Als Erstes wird mit einem morphologischen
Skelettierungsalgorithmus [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">6</xref>
        ] auf Basis der zusammengefassten Klassen K, L und GM
ein Skelett der Sulci erstellt. Anschließend wird die Kortexoberfla¨che
visualisiert. Dann werden die VOIs markiert, indem durch den Benutzer Punkte auf
der Kortexoberfla¨che im Bereich der die VOI begrenzenden Sulci gesetzt und
automatisch mittels eines 3D Live-Wire-Verfahrens verbunden werden. Diese
VOI-Oberfla¨chenkontur dient der Markierung der die VOI umschließenden
Skeletta¨ste. Durch weitere Schritte wie Interpolation und Dilatation wird die
dreidimensionale VOI-Grenzfla¨che generiert, zu der auch die Klassengrenzen L/GM
und GM/WM beitragen. Alle innerhalb der geschlossenen Grenzfla¨che
liegenden GM Voxel werden anschließend mittels eines Volume-Growing Algorithmus
markiert.
      </p>
      <p>
        Die Methodik wurde in eine Toolbox eingebettet, die dem Benutzer die
Parametrierung, Visualisierung und Interaktion mit dem Datensatz ermo¨glicht. Diese
Toolbox wurde als Applikation innerhalb des Medical Imaging Interaction
Toolkits (MITK) [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref7">7</xref>
        ] realisiert.
2.1
      </p>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>Visualisierung der Kortexober ache</title>
        <p>Entscheidend fu¨r die Markierung der VOIs ist die klare visuelle Abgrenzbarkeit
der Sulci auf der Kortexoberfla¨che. Die 3D Visualisierung der Kortexoberfla¨che
erfolgt, indem die Klassen GM und WM zusammengefasst werden und ein 3D
Mesh mit Hilfe des Marching Cubes Algorithmus extrahiert wird. Die kortikale
Oberfla¨che kann bei realen MRT-Bilddaten jedoch Sto¨rungen enthalten, die bei
der Visualisierung die fu¨r die Markierung wichtigen Sulci u¨berlagern (Abb. 1a,b).
Zur Reduktion dieser Sto¨rungen wurde ein Ansatz auf Basis morphologischer
Operatoren verfolgt. Dazu wird von der weißen Masse ausgehend mehrmals in
den Bereich der grauen Masse hinein dilatiert. Erlaubte Strukturelemente sind
dabei die 6-, 18- oder 26-Nachbarschaft. In einem weiteren Optimierungsschritt
wird das resultierende 3D Mesh der kortikalen Oberfla¨che zusa¨tzlich mit Hilfe
von VTK Filtern gegla¨ttet und dezimiert.
2.2</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>Automatische Bestimmung des Startpunktes</title>
        <p>Ein Volume-Growing Algorithmus dient der Markierung aller innerhalb der
geschlossenen VOI-Grenzfla¨che liegenden Voxel der Klasse GM. Der Startpunkt
pGM fu¨r dieses Volume-Growing soll automatisch bestimmt werden ko¨nnen.
Entscheidend ist es, hierzu einen Punkt der grauen Masse auszuwa¨hlen, der innerhalb
der auf der kortikalen Oberfla¨che markierten Grenzkontur und an der
Klassengrenze L/GM liegt. Dazu wird das von der Grenzkontur geschnittene Skelett
mit Hilfe von Tracing-Algorithmen vom Schnittpunkt ausgehend in Richtung
der Kalotte verfolgt, so dass zu jedem Schnittpunkt auf der Kontur ein
Endpunkt piE in der Kalotte bestimmt wird (Abb. 2b). Aus diesen Endpunkten wird
(a)
v
(a)
der Schwerpunkt pS bestimmt, der typischerweise ebenfalls in der Kalotte liegt.
Um daraus den Startpunkt pGM zu erhalten, werden drei Ansa¨tze verfolgt.</p>
        <p>Der erste Ansatz (Hull) ist die Bestimmung des ersten ”Treffers“ bei der
Iteration u¨ber die Punkte P d = f pS + p′; jjpS p′jj∞ = d; d = 0 : : : ng; um
den Schwerpunkt pS herum. Die Erweiterung dieses Ansatzes ist die Berechnung
bezu¨glich der Euklidischen Norm jj jj2 (Closest Point), also die Bestimmung des
am na¨chsten gelegenen Voxels, der die Startpunktbedingungen erfu¨llt.</p>
        <p>Da diese Ansa¨tze nicht immer zum Erfolg fu¨hren, wird durch die Berechnung
eines Richtungsvektors !v, der zusammen mit dem Schwerpunkt pS eine Gerade
beschreibt, die Suche des Startpunktes auf die Iteration u¨ber die Geradenpunkte
weiter eingeschra¨nkt.</p>
        <p>pGM = pS +
!v;
2 R
(1)
Solch ein Richtungsvektor kann bestimmt werden, indem aus den Endpunkten
piEeine Least-Squares Ebene berechnet wird (LSP), deren Normale als Vektor
(b)
(c)</p>
        <sec id="sec-2-2-1">
          <title>Abb. 1. Vergleichende Darstellung der originalen (a,b) und der durch Dilatation</title>
          <p>der WM (a,c) erzeugten Kortexober ache. Zusatzlich zu den Klassen (WM(wei ),</p>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-2">
          <title>GM(hellgrau), L(grau), K(dunkelgrau), H(schwarz)) wird in (a) die durch Dilatation</title>
          <p>gewonnene Ober ache als Kontur angezeigt.
H
K
L WM</p>
          <p>GM
VOI
LSP
(b)
(c)</p>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-3">
          <title>Abb. 2. (a) Markierte VOI in einer schematischen Darstellung des Gehirns. Die Kreise</title>
          <p>stellen die Schnittpunkte zwischen der 3D Live-Wire Kontur und dem Skelett (rot)
dar und begrenzen die VOI (grun). Der Startpunkt (Dreieck) wird mittels einer
Least</p>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-4">
          <title>Squares Ebene (LSP) berechnet, welche durch den Schwerpunkt (Raute) der Endpunkte</title>
          <p>(Quadrate) und den Normalenvektor v bestimmt wird. (b) Die Endpunkte piE in der</p>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-5">
          <title>Kalotte im extrahierten Skelett (gelb) sind als braune Kugeln dargestellt. Die so abge</title>
          <p>grenzte VOI ist turkis markiert. (c) Eine aus den Endpunkten berechnete Least-Squares</p>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-6">
          <title>Ebene (LSP). Toolbox zur Segmentierung 407</title>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-7">
          <title>Tabelle 1. Erfolgsraten bei der Bestimmung von Startpunkten mit dem Hull, Closest</title>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-8">
          <title>Point und dem Least Squares Verfahren, bestimmt anhand von drei Datensatzen (P1,</title>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-9">
          <title>P2, Colin27) mit jeweils 26 markierten VOIs. Mit (e) markierte Spalten geben die</title>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-10">
          <title>Erfolgsraten fur 14 ausgewahlte ellipsoide VOIs an.</title>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-11">
          <title>Verfahren P1 P1(e) P2 P2(e) Hull 73,08 % 57,69 % 50,00 % 73,08 % 78,58 % 88,46 % 85,71 % Closest Point 82,05 % 69,23 % 57,14 % 80,77 % 85,71 % 96,15 % 92,86 % LSP 92,31 % 96,16 % 100,0 % 92,31 % 100,0 % 88,46 % 92,86 %</title>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-12">
          <title>Colin27 Colin27(e)</title>
          <p>!v dienen kann (Abb. 2a). Um eine robuste Bestimmung des Startpunktes auf
dieser Basis zu ermo¨glichen, bietet es sich an, den letzten Punkt der grauen
Masse auf dem Liniensegment zwischen dem Schwerpunkt und der Kalotte als
Startpunkt auszuwa¨hlen. Hierdurch wird ausgeschlossen, dass ein GM Voxel im
Bereich eines Sulcus gewa¨hlt wird, welcher sich aufgrund der komplexen
dreidimensionalen Topologie der kortikalen Strukturen vor die markierte VOI
”geschoben“hat (Abb. 2a). Die Lo¨sung von Gleichung 1 liefert als Ergebnis zwei
Punkte p+GM = pS + + !v und pG−M = pS − !v, mit +; − 0. Als
Startpunkt wird derjenige mit dem kleineren Abstand zum Schwerpunkt gewa¨hlt
(min(jp+GM pSj; jpG−M pSj)).
3</p>
        </sec>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Ergebnisse</title>
      <p>Zur Unterstu¨tzung des Benutzers bei der Markierung von VOI-Konturen auf
der Kortexoberfla¨che wurde eine optimierte 3D Visualisierung realisiert.
Abbildung 1 zeigt einen beispielhaften Vergleich zwischen der alten und der neuen
Darstellung.</p>
      <p>Es wurden drei Verfahren zur Bestimmung von Startpunkten implementiert
und anhand von drei Datensa¨tzen untersucht (Patient1 (P1), Patient2 (P2),
Colin27 (http://www.bic.mni.mcgill.ca/ServicesAtlases)). Dafu¨r wurden gro¨ßere
(Frontal-, Temporal-, Parietal- und Okzipitallappen und Zerebellum) und
kleinere VOIs (Subregionen im Frontal- und Temporallappen) markiert, mit einer
Gesamtzahl von 26 VOIs pro Datensatz. Die prozentualen Erfolgsraten fu¨r die
Verfahren, also die erfolgreiche Markierung der VOI ausgehend vom Startpunkt,
sind in Tabelle 1 angegeben. Zusa¨tzlich zu einer Gesamterfolgsrate u¨ber alle
Datensa¨tze und VOIs ( ) sind auch Erfolgsraten fu¨r 14 ausgewa¨hlte ellipsoide VOIs
angegeben (P1(e), P2(e), Colin27(e)). Die berechnete Least-Squares Ebene fu¨r
eine beispielhafte VOI ist in Abbildung 2c dargestellt.
4</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Diskussion</title>
      <p>Die 3D Visualisierung der Kortexoberfla¨che zur Markierung von
VOI-Oberfla¨chenkonturen wurde so erweitert, dass die im Eingangsdatensatz enthaltenen
Sto¨rungen stark reduziert werden konnten. Ursache dieser Sto¨rungen sind das</p>
      <sec id="sec-4-1">
        <title>Fried et al.</title>
        <p>Gehirn umgebende anatomische Strukturen gleichen Intensita¨tsbereiches (z.B.
Hirnhaut), die aufgrund des Partialvolumeneffektes durch die Klassifikation nicht
von der Gehirnoberfla¨che zu trennen sind. Durch eine geeignete Parametrierung
des Dilatationsprozesses (Nachbarschaft, Anzahl der Dilatationen) kann der
kortikale Bereich fast vollsta¨ndig erfasst werden, ohne in den Bereich der Sto¨rungen
hinein zu dilatieren. Fu¨r eine optimale Darstellung haben sich zwei bis drei
Dilatationsschritte bewa¨hrt. Die so gewonnene Oberfla¨che liegt dann in Teilbereichen
etwas unterhalb der korrekten Kortexoberfla¨che mit etwas tiefer
eingeschnittenen Sulci damit dem Benutzer eine einfachere Markierung der relevanten Sulci
fu¨r die kortikale VOI-Oberfla¨chenkontur ermo¨glicht wird. Um die gesamte VOI
zu erfassen und die diagnostische Aussagekraft nicht zu verfa¨lschen, basiert die
der Markierung folgende Extraktion der VOI dann wieder auf dem
Originaldatensatz und damit der Originaloberfla¨che.</p>
        <p>Zur automatischen Bestimmung eines Startpunktes wurden drei Verfahren
verglichen. Insbesondere wenn eine VOI die Form eines Ellipsoids aufweist (z.B.
im Bereich des Frontallappens) kann der berechnete Schwerpunkt im Inneren
des Ellipsoids liegen und damit in der weißen Masse. Aufgrund der komplexen
Topologie des Gehirns ko¨nnen in diesem Fall die am na¨chsten gelegenen GM
Voxel nicht zwingend der markierten VOI zugeordnet werden. Die Ergebnisse
zeigen, dass der neu implementierte Least-Squares Ansatz in den meisten
Fa¨llen und insbesondere bei ellipsoiden VOIs eine zuverla¨ssigere Bestimmung des
Startpunktes ermo¨glicht. Da mit keinem Verfahren eine 100 prozentige
Erfolgsrate garantiert werden kann, wird dem Benutzer zusa¨tzlich die Option gegeben
den Startpunkt manuell zu setzen.</p>
        <p>Danksagung. Diese Arbeit wurde mit Mitteln des BMBF unter dem
Fo¨rderkennzeichen 01EZ0822 gefo¨rdert.</p>
        <p>Literaturverzeichnis</p>
      </sec>
    </sec>
  </body>
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