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        <article-title>Referenzlose Qualitatsbestimmung von CT-Bildern</article-title>
      </title-group>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Christian Kaethner</string-name>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Ba¨rbel Kratz</string-name>
          <email>kratz@imt.uni-luebeck.de</email>
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          <string-name>Svitlana Ens</string-name>
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          <string-name>Thorsten M. Buzug</string-name>
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          <label>0</label>
          <institution>Institut fu ̈r Medizintechnik, Universita ̈t zu Lu ̈beck</institution>
        </aff>
      </contrib-group>
      <fpage>439</fpage>
      <lpage>443</lpage>
      <abstract>
        <p>Kurzfassung. In der Computertomographie ko¨nnen metallische Objekte oder Bewegungen durch Patienten zu Inkonsistenzen innerhalb der Projektionswerte fu¨hren. Bei der anschließenden Rekonstruktion der tomographischen Schnittbilder kommt es durch diese inkonsistenten Daten zu Artefakten, welche die diagnostische Aussagekraft des Bildes beeinflussen ko¨nnen. In diesem Beitrag wird die Anwendbarkeit zweier referenzloser Metriken fu¨r die Beurteilung der Bildqualita¨t in der Computertomographie u¨berpru¨ft. Die beiden Metriken basieren auf der Verwendung des Just-Noticeable-Blur (JNB)-Prinzips und wurden als wahrnehmungsbasierte Scha¨rfemetriken entwickelt, um die Unscha¨rfe in Bildern unterschiedlichen Inhaltes zu beurteilen. Es wird gezeigt, dass eine der Varianten fu¨r die Beurteilung von Bewegungsartefakten und die andere fu¨r Metallartefakte verwendet werden kann.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Einleitung</title>
      <p>unabha¨ngig vom Bildinhalt automatisch beurteilen. Beide Metriken verwenden
die Breite der Bildkanten als ein Merkmal der Bildscha¨rfe. Da die Unscha¨rfe
einer Bildkante bei hohem Kontrast des Bildes fru¨her wahrgenommen wird als
bei niedrigem Kontrast, werden zwei unterschiedliche kontrastabha¨ngige
Gewichtungen der Kantenbreiten jeweils unter Verwendung des sog. Just-Noticable-Blur
(JNB)-Konzeptes vorgenommen. Ein wesentlicher Unterschied zwischen den
beiden Ansa¨tzen besteht darin, dass eine der Metriken eine gewichtete mittlere
Kantenbreite ermittelt, wa¨hrend bei der anderen das Modell der Aufsummierung der
Wahrscheinlichkeiten, Unscha¨rfen im Bild zu erkennen, verwendet wird. Im
Folgenden wird der Ansatz aus [3] als JNB-Metrik (JNBM) und die Methode aus [4]
als normierte JNB-Metrik (nJNBM) bezeichnet.</p>
      <p>In diesem Beitrag wird die die Verwendbarkeit von nJNBM und JNBM fu¨r
die Qualita¨tseinscha¨tzung von Metall- sowie Bewegungsartefakten in CT-Bildern
untersucht und diskutiert.
2</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Material und Methoden</title>
      <p>Zur Evaluierung der Qualita¨tsmetriken werden zwei Testdatenmengen
verwendet. Dabei handelt es sich zum einen um eine Aufnahmereihe eines
anthropomorphen Torsophantoms (Quality Assurance in Radiology and Medicine,
www.qrm.de), welches vor der jeweiligen Aufnahme mit unterschiedlich
positionierten Metallobjekten versehen wurde. Es handelt sich um Aufnahmen mit
einem Siemens Somatom Definition AS+ bei 120 kV und 100 mAs (Abb. 1).</p>
      <p>Als weiteres Anwendungsbeispiel wurde eine Aufnahmereihe eines
Kopfphantoms (The Phantom Laboratory, www.phantomlab.com) mit einem Sirona
Galileos Dental-CT (21 mAs, 85 kV) verwendet. Dabei wurden verschiedene
Bewegungsgrade in den Rohdaten mit einem Roboterarm simuliert (Abb. 2).
(a)
(e)
(b)
(f)
(c)
(g)
(d)
(h)
Abb. 1. Torso-Testdaten ohne Metalle (a) sowie mit variierender Metallanzahl (b-h).</p>
      <p>Fu¨r die Berechnung der Bildscha¨rfe wird das Bild fu¨r beide Verfahren im
ersten Schritt in Blo¨cke R unterteilt und anschließend fu¨r jeden Block eine
Sobel-Kantendetektion, gefolgt von einer Bestimmung der Anzahl an
Kantenpixel durchgefu¨hrt. Eine Qualita¨tsbestimmung ist nun fu¨r die JNBM auf
allen Blo¨cken mo¨glich, die eine Mindestanzahl von Kantenpixeln beinhalten (im
Folgenden als Kantenblo¨cke Rb bezeichnet), denn andernfalls haben die Blo¨cke
keinen signifikanten Einfluss auf den Gesamtscha¨rfeeindruck. Alternativ dazu
wird bei der nJNBM zusa¨tzlich die Blocknachbarschaft u¨berpru¨ft. Eine Kante
sollte demnach dominant in einer Region sein. Sind alle Nachbarblo¨cke
ebenfalls Kantenblo¨cke, wird von einem zu stark strukturierten Bildbereich, wie z.B.
Hintergrundrauschen, ausgegangen. Diese Blo¨cke werden somit im Weiteren
ausgeschlossen.</p>
      <p>Fu¨r alle verbleibenden Kantenblo¨cke wird fu¨r die nJNBM eine Gewichtung
pb1(Cb) =
{ 0:0042 Cb + 1;
fu¨r Cb</p>
      <p>50
0:8092 e 0:024(Cb 50); fu¨r Cb &gt; 50
bestimmt, welche den Erkennungsgrad von Unscha¨rfe in Abha¨ngigkeit des
Kontrastes Cb von Kantenblock b widerspiegelt (perceptual weight). Fu¨r jeden
Kantenpixel ej; j = 1; : : : ; E wird anschließend die Kantenbreite w(ej) bestimmt und
eine Mittlung u¨ber alle Breiten des Blockes durchgefu¨hrt. E entspricht dabei der
Gesamtanzahl an Kantenpixel im aktuellen Block b. Die resultierende mittlere
Kantenbreite w¯b wird daraufhin mit pb multipliziert, was zu einer gewichteten
Kantenbreite fu¨r alle b fu¨hrt. Abschließend werden alle Blockergebnisse erneut
gemittelt (K entspricht dabei der Gesamtzahl an Kantenblo¨cken) was zum
endgu¨ltigen Bildscha¨rfe-Wert der nJNBM fu¨hrt</p>
      <p>E
∑w(ej)
j=1</p>
      <p>E
w¯b =
; b = 1; : : : ; K;
bzw.</p>
      <p>K
∑w¯b pb1(Cb)
nJNBM = b=1</p>
      <p>
        K
Je ho¨her nJNBM also ist, desto unscha¨rfer ist das jeweilige Bild. Diese
Information ist dabei durch die beiden Mittlungen in (
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">1</xref>
        ) unabha¨ngig von der Gesamtzahl
an Kanten sowie Kantenblo¨cken.
      </p>
      <p>
        Alternativ dazu wird bei der JNBM eine Gewichtung fu¨r die Kantenbreiten
basierend auf der Kenntnis ermittelt, dass bei hohen Kontrasten bereits
kleinere Kantenbreiten als Unscha¨rfe erkannt werden, die bei niedrigeren Kontrasten
Abb. 2. Dental-Testdaten mit ansteigender Anzahl von Bewegungsartefakten.
(
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">1</xref>
        )
(
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">2</xref>
        )
(
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
        )
(
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
        )
nicht auffallen. Als Gewichtung ergibt sich damit
pb2(Cb) =
{5;
3;
      </p>
      <p>
        Cb
Cb &gt; 50
50
wobei die entsprechenden Gro¨ßen in [3] durch Tests ermittelt wurden. Folgend
werden statt der Mittlungen aus (
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">2</xref>
        ) zuna¨chst die Scha¨rfe eines Blocks D(Rb),
bzw. die Gesamtscha¨rfe D des Bildes durch
      </p>
      <p>D(Rb) =
( E
∑</p>
      <p>w(ei)
i=1 pb2(Cb)
)
1
und</p>
      <p>D =
( K
∑
b=1
jDRb j
)
1
bestimmt. Fu¨r den Wert wurde, wie in [3] empfohlen, eine Gro¨ße von 3:6
verwendet. Daraufhin wird eine Normierung von D mit der Anzahl der
Kantenblo¨cke K, gefolgt von einer Kehrwertbildung (um niedrige Metrikwerte fu¨r
unscharfe Bilder zu erhalten und umgekehrt) durchgefu¨hrt, also gilt
abschließend JNBM = K=D. Je ho¨her JNBM nun ist, desto ho¨her ist der Anteil an
scharfen Kanten im Bild, wobei hier der Einfluss der Kantenpixelanzahl
weiterhin erhalten bleibt.
3</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Ergebnisse</title>
      <p>Fu¨r die Bewegungsdaten wurde die nJNBM verwendet, da eine
Kantenverschmierung unabha¨ngig von der Kantenanzahl im Bild detektiert werden soll. Fu¨r die
Metallbilder ist im Gegensatz dazu prima¨r die Anzahl an Bildkanten von
Interesse, die in Form von streifenfo¨rmigen Metallartefakten das gesamte Bild
u¨berlagern. Aus diesem Grunde ist die JNBM hier eine sinnvollere Wahl, da
die Informationen u¨ber die Kantenanzahl bei dieser Metrik im Ergebnis
erhalten bleiben. Beide Testdatenmengen wurden vor der Evaluierung durch einen
Experten nach ansteigender Artefaktanzahl sortiert. Als weitere
Vergleichsmo¨glichkeit wurden die zuvor bereits erwa¨hnten referenzbasierten Verfahren SSD,
NAD und REL verwendet. Fu¨r eine bessere Vergleichbarkeit wurden außerdem
alle Ergebnisse auf den jeweiligen maximalen und minimalen Wert normiert.
Abschließend ist anzumerken, dass fu¨r die Scha¨rfeberechnungen im Rahmen dieser
Arbeit o.B.d.A. ausschließlich die horizontalen Kanten aller Bilder beru¨cksichtigt
wurden.</p>
      <p>In Abb. 3 sind die Ergebnisse aller Verfahren angewendet auf die jeweiligen
Datensa¨tze zu sehen. Fu¨r die Metallartefaktbilder (Abb. 3a) verlaufen die
Ergebniswerte nicht monoton steigend, wie durch die expertenbasierte Sortierung
angenommen. Die Ergebnisse der Testbilder (c) und (d) sind fu¨r alle
betrachteten Metriken niedriger als fu¨r das Testbild (b). Gleiches gilt fu¨r Bild (f) und
das vorangehende Bild (e). Die Werte fu¨r die Qualita¨tsbestimmung der
Bewegungsdaten (Abb. 3b) steigen mit wachsender Artefaktanahl, wobei alle
referenzbasierten Metriken (im Gegensatz zur Experteneinstufung und der nJNBM)
Testbild (e) als artefaktbehafteter einstufen als Bild (f).
0.8
0.2
0
0.2
0
Abb. 3. Ergebnisse der Qualita¨tsbestimmung von metall- und
bewegungsartefaktbehafteten CT-Bildern mit SSD, NAD, REL sowie JNBM bzw. nJNBM. Die Sortierung
der X-Achse entspricht Abb. 1 (links) bzw. 2 (rechts).</p>
      <p>1 2 3 4 5 6 7 8</p>
      <p>Metalldaten</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Diskussion</title>
      <p>Bei den Metallartefaktergebnissen weicht die JNBM vom Expertenwissen ab.
Allerdings gilt dies auch fu¨r alle betrachteten Vergleichsmetriken. Insgesamt weisen
alle Metriken einen exakt gleichen Verlauf auf. Dies fu¨hrt zu der
Schlussfolgerung, dass die visuelle Artefakteinstufung bei einigen Testbildern problematisch
ist, da nicht eindeutig zwischen den Artefaktsta¨rken unterschieden werden kann.</p>
      <p>Die Expertensortierung der Bewegungsdaten hingegen stimmt mit dem
Ergebnis der nJNBM u¨berein. Dies gilt jedoch nicht fu¨r die referenzbasierten
Verfahren, die Bild (e) mit der niedrigsten Bildqualita¨t einstufen. Hier kann die
Aussage des Experten und der nJNBM jedoch validiert werden, da die
Bewegungsparameter der Testdaten bekannt sind und in Bild (e) tatsa¨chlich eine
kleinere Bewegung wa¨hrend der Aufnahme stattfand als in (f).</p>
      <p>Die Verfahren JNBM sowie nJNBM bilden somit eine gute Mo¨glichkeit zur
referenzlosen Qualita¨tsbestimmung von metall- bzw.
bewegungsartefaktbehafteten CT-Bildern. Fu¨r nachfolgende Arbeiten wa¨re eine Erweiterung denkbar, die
unabha¨ngiger vom Bildrauschen ist.</p>
      <p>Literaturverzeichnis</p>
    </sec>
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