<!DOCTYPE article PUBLIC "-//NLM//DTD JATS (Z39.96) Journal Archiving and Interchange DTD v1.0 20120330//EN" "JATS-archivearticle1.dtd">
<article xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
  <front>
    <journal-meta />
    <article-meta>
      <title-group>
        <article-title>EAI und ITIL im Krankenhaus - was kosten die IT- Dienstleistungen?</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Andreas Zimolong</string-name>
          <email>azimolong@synaix-healthcare.de</email>
          <xref ref-type="aff" rid="aff1">1</xref>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Gregor Nöthen</string-name>
          <xref ref-type="aff" rid="aff1">1</xref>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Stefan Fritz</string-name>
          <email>sfritz@eliqos.de</email>
          <xref ref-type="aff" rid="aff0">0</xref>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Sylvia Thun</string-name>
          <email>sthun@synaix-healthcare.de</email>
          <xref ref-type="aff" rid="aff1">1</xref>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Kurt Becker</string-name>
          <email>kbecker@synaix-healthcare.de</email>
          <xref ref-type="aff" rid="aff1">1</xref>
        </contrib>
        <aff id="aff0">
          <label>0</label>
          <institution>eliqos Business Consulting &amp; Management GmbH</institution>
          ,
          <addr-line>Im Süsterfeld 1 52072 Aachen</addr-line>
          ,
          <country country="DE">Germany</country>
        </aff>
        <aff id="aff1">
          <label>1</label>
          <institution>synaix Beratung für das Gesundheitswesen</institution>
          ,
          <addr-line>Im Süsterfeld 1, 52072 Aachen</addr-line>
          ,
          <country country="DE">Germany</country>
        </aff>
      </contrib-group>
      <abstract>
        <p>Zusammenfassung. Neben der Homogenisierung der IT-Systemlandschaft durch ein integrierendes Krankenhausinformationssystem ist es auch notwendig, eine entsprechende Organisationsstruktur für den Betrieb der EDV des Krankenhauses zu erreichen. Dieses hat zum einen das Ziel, verfügbare Ressourcen effizient einzusetzen. Zum anderen müssen kostentransparente Schnittstellen zu externen Anbietern spezifischer IT-Dienstleistungen geschaffen werden, da hochspezialisiertes Wissen von der EDV-Abteilung eines Krankenhauses in der Regel nicht kostengünstig vorgehalten werden kann. Hierfür bietet sich eine Organisation entsprechend dem ITIL-Modell an, welche EDV auf die Erbringung von ITDienstleistungen ausrichtet. Während die Organisation der EDV-Abteilung nach ITIL weniger Schwierigkeiten bereitet, zeigt es sich, dass vielfach ITDienstleister nicht oder nur unzureichend auf die Bereitstellungen von ITDienstleistungen auf der Basis von vereinbarten Service-Leveln vorbereitet sind. Eine Aufteilung von Verantwortlichkeiten auf der Grundlage von Leistungsscheinen erfordert noch Klärungsbedarf. Die Anbieter sind an der Übernahme von IT-Dienstleistungen interessiert, so dass sich diese Form der Organisation auch in kleineren EDV-Abteilungen vermehrt durchsetzen wird.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>1. Einführung</title>
      <p>
        Die Krankenhäuser in Deutschland stehen vor der Einführung eines vollständigen
Fallpauschalensystems für die Abrechnung der Patientenbehandlung. Dies erfordert
sehr kurzfristig die Schaffung effizienter Dokumentations- und
Kommunikationsstrukturen in und zwischen den verschiedenen Arbeitsbereichen des Krankenhauses.
Um zukünftig wettbewerbsfähig medizinische Leistungen zu erbringen und dafür
auch leistungsgerechte Erlöse zu erzielen, ist es von besonderer Wichtigkeit, die
abrechnungsrelevanten Behandlungsdaten direkt in den Behandlungsprozessen zu
erfassen. Mittelfristig wird die EDV auch steuernde („anleitende“) Aufgaben in den
Behandlungsprozessen übernehmen und damit zu mehr Effizienz und
Wirtschaftlichkeit in den Behandlungsprozessen führen. Zentrale Bedeutung kommt dabei
einem integri erenden Krankenhausinformationssystem (KIS) zu, welches allen
relevanten Bereichen des Krankenhauses Zugang zu den für die Aufgabenerfüllung
notwendigen Informationen bietet. Dabei übernimmt das KIS die Funktion einer
vereinheitlichenden Plattform, welche die heterogene IT-Systemlandschaft des
Krankenhauses zu einem umspannenden Informations- und Kommunikationsmedium
verbindet. Insb esondere die Schnittstelle zwischen dem administrativen und dem
medizinisch/pflegerischen System erlangt dabei besondere Bedeutung für die
Sicherung des wirtschaftlichen Überlebens des Krankenhauses [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">1</xref>
        ]. Dabei ist es auch von
großer Bedeutung, dass diese und andere Schnittstellen vereinheitlicht und auf der
Basis gängiger Standards (HCM, BAPI, HL/7) realisiert werden [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">2</xref>
        ].
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>2. Methoden</title>
      <p>
        Neben der reinen technischen Installation eines Krankenhausinformationssystems ist
die organisatorische Integration der Arbeitsabläufe notwendig, um den erwarteten
Nutzen der Investition zu realisieren. „EAI ohne Geschäftsprozessintegration ist eine
Sackgasse“ [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
        ]. Falls dies bei der Umstrukturierung der EDV nicht berücksichtigt
wird, kann die EDV – Einführung zu einer für alle Beteiligten bedrohlichen
Investitionsruine werden. Daher empfiehlt sich für die Planung der EDV eine strukturierte
Vorgehensweise mit der frühzeitigen Klärung der einzelnen Rahmenbedingungen.
      </p>
      <p>EDV - Konzeption
Effizienter Budgeteinsatz
Leistungssteuerung</p>
      <p>Leitbild</p>
      <p>Zieldefinition</p>
      <p>Einsatzstrategie
Investitions- und Leistungsfelder</p>
      <p>Systemstrategie
Infrastruktur, Anwendungssysteme, Datenschutz</p>
      <p>Organisationsstrategie
EDV - Abteilungsorganisation Beteiligung der Fachabteilungen
EDV - Implementierung</p>
      <p>Stabil / sicher</p>
      <p>In Zeit und Budget
Tätigkeiten eigene Mitarbeiter</p>
      <p>Ressourcenstrategie</p>
      <p>Einbindung von externen Dienstleistern
Abbildung 1: Rahmenkonzept für EDV – Organisationsprojekte im Krankenhaus</p>
      <p>
        Bei synaix Beratung für das Gesundheitswesen wurde ein Modell für
EDVEinführungen in Krankenhäusern entwickelt, welches sich an üblichen
Informatikstandards orientiert [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
        ]. Mit diesem Modell lassen sich komplexe EDV-Projekte
strukturiert und übersichtlich planen und durchführen (vgl. Abbildung 1).
      </p>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>2.1. Ressourcenstrategie</title>
        <p>Grundlegende Bedeutung kommt dabei der Ressourcenstrategie zu. So erfordert die
EDV im Krankenhaus von den Beteiligten eine Vielzahl qualifizierter Tätigkeiten,
angefangen bei der Netzwerktechnik, über die Datenbankadministration bis zur
Betreuung der verschiedenen Anwendungssysteme. Insbesondere kleinere bis
mittlere Krankenhäuser können es sich nicht leisten, Mitarbeiter mit allen erforderlichen
Qualifikationen einzustellen und entsprechend aus- und weiterzubilden. Das Ve
rhältnis von betre uten Arbeitsplätzen und EDV-Mitarbeitern lässt sich verbessern,
wenn sich Krankenhäuser zusammenschließen und ihre EDV – Aktivitäten bündeln.
Ist eine Zusammenarbeit nicht möglich oder ergibt sich auch durch den
Zusammenschluss nicht die erforderl iche kritische Masse für die Bildung einer EDV-Abteilung,
so müssen spezifische Dienstleistungen von extern eingekauft werden. Dies gilt
insbesondere für Themengebiete, welche ein sehr spezialisiertes Wissen erfordern
und im täglichen EDV-Betrieb des Krankenhauses selten zum Einsatz kommen. Als
Beispiel sei hier das Einrichten eines Kommunikationsservers genannt oder der
sichere Betrieb von Terminalservern und Firewalls. Dabei ist zu beachten, dass die
Aufgabenteilung zwischen einem externen Anbieter und der EDV-Abteilung des
Krankenhauses sehr unterschiedliche Fo rmen annehmen kann. So ist es in dem o.g.
Beispiel sehr wohl denkbar, dass Teile des Betriebs der Firewall, wie z.B. das
Überprüfen der Log-files und das Ändern von Filterparametern, durch die EDV d es
Krankenhauses erfüllt wird, während komplexere Aufgaben vom externen Anbieter
wahrgenommen werden. Des weiteren können auch urlaubs- und krankheitsbedingte
Ausfälle vom externen Dienstleister erfüllt werden, so dass für das Krankenhaus der
Zwang zur Beschäftigung zueinander redundanter Mitarbeiter entfällt.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>2.2. Organisationsstrategie</title>
        <p>
          Um eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen der EDV des Krankenhauses und
einem externen Dienstleister zu gewährleisten, ist ein gemeinsames
Organisationskonzept nach einheitlichen Standards notwendig. Als gemeinsame Grundlage
können Best Practice-Erkenntnisse aus dem ITSM (IT Service Management) nach ITIL
(IT-Infrastrukture Library [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
          ]) und der Layer-Struktur komplexer IT-Dienste
herangezogen werden. Dadurch erfolgt die Schaffung definierter Schnittstellen für die
Auslagerung einzelner Serviceleistungen an Dritte, sowie eine Kostentransparenz für
die vorgehaltenen und erbrachten IT-Dienstleistungen. Letzteres ist insbesondere vor
dem Hintergrund stetig wachsender Budgetanforderungen seitens der
KrankenhausEDV notwendig.
        </p>
        <p>Die Grundidee der Organisationsstruktur einer derart aufgebauten EDV ist dabei
die konsequente Au srichtung auf die Erbringung von IT-Dienstleistungen. So wird
jede Applikation, welche den Anwendern im Krankenhaus zur Verfügung gestellt
wird, als eine von der EDV zu erbringende und vom Krankenhaus zu bezahlende
Dienstleistung verstanden. Neben diesen Anwender-Dienstleistungen gibt es auch
Infrastruktur-Dienstleistungen, welche die Nutzung der Anwendungen erst möglich
machen. So muss beispielsweise ein Netzwerk betrieben und gegen unberechtigte
Zugriffe von Außen und Innen g eschützt werden.</p>
        <p>Für jede Dienstleistung werden Service-Level vereinbart, welche insbesondere die
Verfügbarkeit der Dienstleistung sowie die Entstörung quantifizieren. Auf der einen
Seite gibt dies dem Krankenhaus die Möglichkeit, die mit dem Einsatz von
Applikationen verbundenen Ausfallrisiken zu quantifizieren, zum anderen hilft dies der
EDV-Abteilung bei der Ressourcen- und Organisationsplanung.</p>
        <p>
          Prominentestes Merkmal einer Serviceorganisation nach ITIL wird für die Anwe
nder die Einrichtung eines zentralen Service-Desks sein (vgl. Abbildung 2). Hier
werden zentralisiert die Anfragen der Anwender entgegengenommen zunächst im
Rahmen des Vorfallmanagements bearbeitet [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
          ]. Im Vergleich zu einer „normalen“
Rufbereitschaft der EDV muss die Behebung des Vorfalls innerhalb einer definierten
Zeitspanne (beispielsweise 4 Minuten) abgeschlossen sein, das heißt den Anwendern
wird innerhalb dieser Zeitspanne eine Lösung ihres Problems oder eine
Behelfsstrategie angeboten. Können Vorfälle nicht innerhalb der vorgegebenen Zeitspanne
geklärt werden, so erfolgt eine Eskalation zum Problemmanagement in Form eines
Trouble-Tickets. Hier wird das Problem von einem in diesem Bereich spezialisierten
Mitarbeiter bearbeitet. Dem Trouble-Ticket System steht dabei die wichtige Aufgabe
der Steuerung der Arbeitsabläufe zu (vgl. Abbildung 2).
        </p>
        <sec id="sec-2-2-1">
          <title>Anwender</title>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-2">
          <title>Leistungsbezieher</title>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-3">
          <title>Monitoring System</title>
          <p>Anfrage
Warnsignal</p>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-4">
          <title>Service-Desk</title>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-5">
          <title>Vorfalls</title>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-6">
          <title>Management</title>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-7">
          <title>Ticket</title>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-8">
          <title>Problem</title>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-9">
          <title>Management</title>
          <p>RfC
Änderungs</p>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-10">
          <title>Management</title>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-11">
          <title>Trouble -Ticket System ReleaseManagement Konfigurations</title>
          <p>Diese Unterscheidung in unterschiedliche Stationen der Problembearbeitung und
-Lösung ist insbesondere für die Mitarbeiter kleinerer EDV-Abteilungen, wie sie in
der Regel in den Krankenhäusern vorherrschen, wichtig: Während sie als Mitarbeiter
im Vorfallsmanagement das Ziel haben, dem betroffenen Anwender möglichst
schnell eine Fortführung seiner Tätigkeiten zu ermöglichen, müssen sie als
Mitarbeiter des Problemmanagements die Ursachen des Fehlers ergründen. Auf diese Weise
wird erreicht, dass zunächst eine schnelle Hilfestellung für die Anwender im
Vordergrund steht, während die tiefgründig technische Lösu ng erst im zweiten Schritt
erfolgt.</p>
          <p>Das ITIL-Modell sieht aber auch für die Fehlerbeseitigung dedizierte
Aufgabenbereiche vor. So erfolgt nach der Problemidentifikation ein RFC (Request For Change –
Änderungswunsch) an das Änderungsmanagement, welches die notwendigen
Tätigkeiten zur Behebung des Problems initiiert. Die Protokollierung der Fehler und
durchgeführten Änderungen kann damit gewährleistet werden.</p>
          <p>Relevant für die Aufgabenteilung zwischen dem externen Dienstleister und der
EDV des Krankenhauses ist darüber hinaus die Layer-Struktur von Services. So
gliedern sich Betriebsleistungen für komplexe Services (Beispiel: KIS-Betrieb,
Terminal-Server-Betrieb) in mehrere, funktional aufeinander aufbauende Ebenen:</p>
          <p>Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass je mehr die Aufgaben auf
den unteren Ebenen angesiedelt werden können, desto besser eine Ausgliederung an
einen externen Dienstleister erfolgen kann. Dies hat zur Ursache, dass Aufgaben der
unteren Ebene weniger an die Spezifika des Hauses angepasst sind und der Anbieter
daher Skalierungseffekte durch die Betreuung mehrerer Kunden nutzen kann.
Umgekehrt gilt, dass Aufgaben der höheren Ebenen von der EDV des Krankenhauses
wahrgenommen werden müssen, da eine Auslagerung mit hohen Kosten verbunden
ist.</p>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-2-3">
        <title>2.3. Ausschreibung von Dienstleistungen</title>
        <p>Um zu einer Aufgabenteilung zwischen einem oder mehreren externen Dienstleistern
und der EDV des Krankenhauses zu kommen, werden fest definierte Dienstleistungen
in Form von Leistungsscheinen funktionell beschrieben und ausgeschrieben. Die
Leistungsscheine beinhalten zum einen IT-Serviceleistungen auf Infrastrukturebene,
wie beispielsweise der Aufbau und Betrieb des Netzwerks, zum anderen werden
Querschnittsfunktionen ausgeschrieben, welche im Rahmen des IT-Service
Managements notwendig sind für die Unterstützung der entsprechenden Arbeitsabläufe. Zu
diesen zählen die Bereitstellung eines Trouble-Ticket Systems, einer
KonfigurationsDatenbank, sowie eines Monitoringsystems.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>3. Ergebnisse</title>
      <p>
        Während die Organisation der EDV entsprechend ITSM in anderen Branchen auf
Grund der Erfolge bereits weit verbreitet ist [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">1</xref>
        ], ist in den Krankenhäusern diese
Organisationsstruktur noch weitgehend unbekannt. Dies, obwohl die Strukturen zum
Teil komplexer als in anderen Branchen ist, beispielsweise dem Bankensektor. Ein
Grund lässt sich in der Entwicklungshistorie der Krankenhaus-EDV finden: Während
die Medizintechnik in den Häusern schon seit längerem eine etablierte Abteilung
darstellt, wurde zumeist in den kleineren und mittleren Häusern erst in den letzten
Jahren vermehrt in die EDV des Hauses investiert. Entsprechend stieg der Bedarf an
IT-Mitarbeitern von einem „Mädchen für alles“ hin zu Abteilungen mit
spezialisierten Mitarbeitern. Diese gewachsenen Strukturen gilt es mit Hilfe des ITIL-Modells in
eine gerichtete Organisationsstruktur zu überführen. Erst mit dieser Einführung
bewährter Best-Practice Methoden der Arbeitsorganisation lässt sich das mit der
Durchführung von EAI-Projekten freigesetzte Potenzial eines stabilen, sicheren und
kostengünstigen Betriebs realisieren.
      </p>
      <p>Auch auf Seiten der Anbieter hat sich die Unterstützung einer nach ITIL
organisierten EDV noch nicht durchgesetzt. So ergab die Ausschreibung, dass eine
pauschale Bepreisung des Betriebs einzelner Dienstleistungen vielfach nicht möglich ist.
Vielmehr arbeiten die Anbieter häufig nach dem Prinzip: „Betrieb der gesamten
EDV“, oder „Bereitstellung von Ressourcen auf Stundenbasis“. Die Übernahme
definierter Leistungsscheine mit vorgegebenen Service-Leveln ist hingegen vielfach
noch nicht vorgesehen. So konnten nach der Anfrage bei 12 regionalen und
überregionalen Anbietern von 3 Anbietern ein auf die Leistungsscheine passendes Angebot
erarbeitet werden, 2 weitere Anbieter gaben nach längeren Verhandlungen Angebote
ab, welche keine pauschale Bepreisung der Dienstleistungen vorsahen.
Modellrechnungen mit den gewonnen Ergebnissen deuten darauf hin, dass sich durch einen
geschickten Servicemix entweder direkte Kosten reduzieren lassen, oder ein
kostenträchtiger Personalaufbau in der EDV-Abteilung des Krankenhauses vermieden
werden kann.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>4. Zusammenfassung und Ausblick</title>
      <p>Mit Einführung eines vollständigen Fallpauschalensystems für die Abrechnung der
Patientenbehandlung steigt bei den Krankenhäusern der Bedarf nach einem die
ITSystemlandschaft vere inheitlichenden Krankenhausinformationssystem (KIS).
Abrechnungsrelevanten Behandlungsdaten können so direkt in den
Behandlungsprozessen erfasst und dem administrativen System verfügbar gemacht werden. Auch
die Steuerung der Behandlungsprozesse anhand im KIS hinterlegter klinischer Pfade
wird mittelfristig umgesetzt werden.</p>
      <p>Neben der Realisierung eines solchermaßen aufgestellten KIS ist es auch notwe
ndig, eine entsprechende Organisationsstruktur für den Betrieb des KIS und der
restlichen EDV des Krankenhauses zu erreichen. Diese Struktur muss zum einen den
effizienten Einsatz verfügbarer Ressourcen gewährleisten, zum anderen müssen
Kompetenzbereiche definiert und darüber hinaus benötigte Leistungen von externen
Anbietern eingekauft werden. Dabei muss die Festlegung der von extern
einzukaufenden Dienstleistungen auf dem Hintergrund erfolgen, dass hochspezialisiertes
Wissen von der EDV-Abteilung eines Krankenhauses in der Regel nicht
kostengünstig vorgehalten werden kann.</p>
      <p>Als Lösung bietet sich eine Organisation entsprechend dem ITIL-Modell an.
Hierbei wird unterschieden nach der Anwenderunterstützung in Form eines
ServiceDesks, dem proaktiven Betrieb von Infrastruktur und Anwendungen, der Planung und
Durchführung von Änderungen, sowie der Service Organisation. Für die
Quantifizierung der Leistungen der IT-Abteilung wird das gesamte Aufgabenspektrum in
Dienstleistungen aufgegliedert und deren Qualität in Form von
Dienstleistungsvereinbarungen festgelegt. Werden Leistungen von externen Anbietern eingekauft, so
übernehmen diese das mit einer festgelegten Dienstleistung verbundene
Leistungsspektrum und die entsprechende Dienstleistungsvereinbarung. Eine kostentransparente
Schnittstelle kann somit erreicht werden.</p>
      <p>Während die Organisation der EDV-Abteilung nach ITIL weniger Schwierigkeiten
bereitet, zeigt es sich, dass vielfach IT-Dienstleister nicht oder nur unzureichend auf
die Bereitstellungen von IT-Dienstleistungen auf der Basis von vereinbarten
ServiceLeveln vorbereitet sind. Eine Aufteilung von Verantwortlichkeiten auf der Grundlage
von Leistungsscheinen erfordert noch Klärungsbedarf. Die Anbieter sind an der
Übernahme von IT-Dienstleistungen interessiert, so dass sich diese Form der
Organisation auch in kleineren EDV-Abteilungen vermehrt durchsetzen wird.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Literatur</title>
    </sec>
  </body>
  <back>
    <ref-list>
      <ref id="ref1">
        <mixed-citation>
          1.
          <string-name>
            <surname>Niemann</surname>
            <given-names>H.</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Hasselbring</surname>
            <given-names>W</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Wendt</surname>
            <given-names>T</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Winter</surname>
            <given-names>A</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Meierhofer</surname>
            <given-names>M.:</given-names>
          </string-name>
          <article-title>Kopplungsstrategien für Anwendungssysteme im Krankenhaus</article-title>
          .
          <source>Wirtschaftsinformatik</source>
          <volume>44</volume>
          (
          <year>2002</year>
          )
          <article-title>5</article-title>
          ,
          <string-name>
            <surname>S.</surname>
          </string-name>
          425-
          <fpage>434</fpage>
          .
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref2">
        <mixed-citation>2. ITIL: Enterprise Application Integration. www.itil.com.</mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref3">
        <mixed-citation>
          3.
          <article-title>Warum gehört zu einem erfolgreichen EAI Projekt mehr als IT Know-How?</article-title>
          <source>Synaix Newsletter Ausgabe</source>
          <volume>02</volume>
          /
          <year>2003</year>
          , www.synaix.de.
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref4">
        <mixed-citation>
          4.
          <string-name>
            <surname>Winter</surname>
            <given-names>AF</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Winter</surname>
            <given-names>A</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Becker</surname>
            <given-names>K</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Bott</surname>
            <given-names>O</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Brigl</surname>
            <given-names>B</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Gräber</surname>
            <given-names>S</given-names>
          </string-name>
          et al. (
          <year>1999</year>
          ).
          <article-title>Referenz­Modelle für die Unterstützung des Managements von Krankenhausinformationssystemen</article-title>
          . Informatik,
          <source>Biometrie und Epidemiologie</source>
          <volume>30</volume>
          (
          <issue>4</issue>
          ), S.
          <fpage>173</fpage>
          -
          <lpage>189</lpage>
          .
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref5">
        <mixed-citation>
          5.
          <string-name>
            <surname>Macfarlane</surname>
            ,
            <given-names>I.</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Rudd</surname>
            ,
            <given-names>C.</given-names>
          </string-name>
          : IT Service Management,
          <article-title>Version 2</article-title>
          .
          <source>itSMF Ltd Earley Reading RG6 7BH (GB)</source>
          (
          <year>1997</year>
          )
        </mixed-citation>
      </ref>
    </ref-list>
  </back>
</article>