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      <title-group>
        <article-title>Integration heterogener Applikationstypen durch Workflow-Management-Technologie</article-title>
      </title-group>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Thomas Bauer</string-name>
          <email>Thomas.TB.Bauer@DaimlerChrysler.com</email>
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          <label>0</label>
          <institution>DaimlerChrysler Research and Technology, Abt. RIC/ED</institution>
          ,
          <addr-line>Postfach 2360, D-89013 Ulm</addr-line>
        </aff>
      </contrib-group>
      <abstract>
        <p>Zusammenfassung. In diesem Betrag wird ein EAI-Projekt mit einem etwas außergewöhnlichen Fokus vorgestellt: die Integration von Anwendungen von völlig unterschiedlichem Typ. Deren Kopplung ist erforderlich, da sie in demselben Anwendungskontext verwendet werden sollen. EAI-Technologie wird z.Zt. meist zur Daten- oder Funktionsintegration von solchen Anwendungen verwendet, die ähnliche Aufgaben erfüllen. Da die zu integrierenden Anwendungen kaum Gemeinsamkeiten aufweisen, ist eine Integration auf der Datenoder Funktionsebene aber nicht möglich. Um im betrachteten Projekt dennoch eine Kooperation zu ermöglichen, wurde diese prozessbasierend umgesetzt. Unterstützt wird sie noch durch eine graphische Visualisierung von aktuell ausgeführten Prozessinstanzen.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>1 Einleitung</title>
      <p>Das im Folgenden betrachtete Anwendungsbeispiel wurde von der
DaimlerChryslerForschung gemeinsam mit Geschäftsbereichen umgesetzt. Es wurde in der
Fahrzeugentwicklung durchgeführt, der vorgestellte Ansatz lässt sich aber auf alle
Anwendungsdomänen übertragen, in denen unterschiedliche Typen von Applikationen
eingesetzt werden. Im vorgestellten Projekt muss das Projektmanagementsystem RPlan
und ein eigenentwickeltes Controlling-Tool mit mehreren operativen
Entwicklungssystemen aus dem Bereich Elektrik/Elektronik (E/E) integriert werden. Die ersten
beiden dienen der Steuerung eines Projekts, wohingegen die Operativsysteme den
aktuellen Bearbeitungszustand dieses Projektes enthalten.</p>
      <p>Ziel der Systemintegration ist, den aktuellen Bearbeitungszustand dem
Projektmanagement zugänglich zu machen. Dadurch kann er Abweichungen eher erkennen und
den Projektplan früher anpassen. Außerdem sollen die Entwickler, die mit den
operativen Systemen arbeiten, mit Planungsdaten (Projektabläufe und -termine) versorgt
werden. Dies erlaubt den Sachbearbeitern, ihre Aufgaben besser in das Gesamtprojekt
einzuordnen und ihre eigentlichen Aufgaben vorausschauender zu planen. Um
unnötigen Zusatzaufwand zu vermeiden, ist eine Nebenbedingung, dass mehrfache
Eingaben derselben Daten vermieden werden, und Daten der verschiedenen beteiligten
Systeme automatisch abgeglichen (d.h. ausgetauscht) werden. Schließlich existiert
noch die Anforderung, dass das resultierende System sehr leicht zu bedienen ist und
die Zusammenhänge einfach (wenn möglich graphisch) dargestellt werden.</p>
      <p>Als Hauptproblem stellte sich dabei heraus, dass existierende EAI-Ansätze eher
auf Applikationen mit ähnlichem Verwendungszweck (z.B.
Produktdatenmanagement- und Stücklistenverwaltungssysteme) abzielen. Eine Integration völlig
unterschiedlicher Anwendungstypen ist mit diesen Ansätzen hingegen nicht möglich, da
weder bei den Daten noch bei den Funktionen eine nennenswerte Überlappung
existiert: Projektmanagementsysteme und E/E-Entwicklungswerkzeuge haben keine
gemeinsame Funktionalität. Die einzigen Daten, welche in beiden Systemen vorhanden
sind, sind die tatsächlichen Bearbeitungszeiten und -zustände. Doch selbst diese
liegen nicht im Fokus der Entwicklungssysteme, sondern finden sich eher implizit in
den Historieninformationen. Da diese Daten nur einen extrem geringen Bruchteil der
von diesen Systemen verwalteten Informationen darstellen, ist auch eine klassische
Datenintegration hier nicht sinnvoll.</p>
      <p>Deswegen wurde in dem vorgestellten Projekt die Integration mittels eines
Prozesses realisiert. Dieser ermöglicht den Datenaustausch zwischen den heterogenen
Applikationen. Durch eine Prozessvisualisierung wird den Beteiligten zusätzliche
Information über Projektstruktur und -status bereitgestellt, sowie detaillierte Daten zu dem
Bearbeitungszustand der einzelnen Projektaufgaben. Hierfür und zur Unterstützung
der Prozessbearbeitung werden Daten aus den verschiedenen integrierten
Anwendungssystemen verwendet. Ausgelesene sowie bei der Prozessausführung erzeugte
Daten werden des weiteren auch in die Applikationssysteme geschrieben, so dass ein
Datenabgleich realisiert wird. Die Systeme selbst bleiben aber unangetastet.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>2 Verwandte Arbeiten</title>
      <p>
        Klassische Ansätze für EAI [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10 ref11 ref14">10, 11, 14</xref>
        ] versuchen Applikationen auf Daten- oder
Funktionsebene zu integrieren. Wie schon erwähnt ist ein solcher Ansatz bei der
gegebenen Aufgabenstellung nicht anwendbar, weil die betroffenen Systeme zu
wenig Überlappung bezüglich Daten und Funktionalität haben.
      </p>
      <p>
        Die Verwendung von Portalen [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref13">13</xref>
        ] ist ebenfalls nicht zielführend, da sich durch diese
lediglich ein gemeinsamer Einstiegspunkt für mehrere Anwendungssysteme
realisieren lässt, und häufig auch nur lesender Zugriff unterstützt wird. Ein Datenaustausch
zwischen den Systemen kann durch diese Vorgehensweise nicht realisiert werden.
      </p>
      <p>
        Ein Data-Warehouse [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">6</xref>
        ] kann den Benutzern Informationen zur Verfügung stellen,
die aus mehreren Quellsystemen stammen. Allerdings wird der direkte
Datenaustausch zwischen den Quellsystemen durch diese Technologie nicht unterstützt.
Deshalb ist es z.B. nicht möglich, den tatsächlichen Bearbeitungszustand in ein
Projektmanagementsystem zurückzuschreiben, so dass er für die Projektplanung unmittelbar
zur Verfügung steht. Auch eine prozessorientierte (graphische) Sicht auf den
Entwicklungsablauf wird durch eine solche Datenzusammenführung nicht unterstützt, so
dass dieser Ansatz hier nicht trägt.
      </p>
      <p>
        Workflow-Management-Systeme (WfMS) [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref7 ref9">7, 9</xref>
        ] wurden eigentlich nicht zur
Realisierung von EAI-Lösungen, sondern zur Steuerung von Geschäftsprozessen
entwickelt. Da in diese Prozesse auch Geschäftsanwendungen eingebunden werden
müssen, ermöglichen WfMS normalerweise den Aufruf von Applikationen als
Teilschrittprogramme. Häufig werden sogar schon vorgefertigte Adapter zu
Standardapplikationen wie SAP oder CICS angeboten (z.B. in WebSphere MQ Workflow [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref8">8</xref>
        ]).
Dadurch bieten WfMS eine gute Plattform zur Integration von heterogenen
Applikationen, falls die Integration durch einen „People-Workflow“ erfolgen soll. Da WfMS
zukünftig hoffentlich zunehmend anspruchsvolle Funktionalität wie Verteilung und
Dynamik [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2 ref3 ref4">2, 3, 4</xref>
        ] unterstützen werden, stellen sie eine strategisch günstigere
Implementierungsplattform als z.B. Lotus Notes oder WebSphere MQ dar. Außerdem
helfen sie schon heute den Implementierungsaufwand zu reduzieren, da WfMS
Funktionalität wie Prozesssteuerung, Arbeitslistenverwaltung oder Monitoring bereits
realisieren.
      </p>
      <p>Auch die mit EAI-Technologie zu integrierenden Applikationen können
Prozesslogik enthalten. Außerdem ermöglichen EAI-Tools häufig die Definition von
„Microflows“ zur Steuerung des Zugriffs auf Funktionen verschiedener
Anwendungssysteme bei der Ausführung einer Geschäftsfunktion. Diese werden allerdings
automatisch, d.h. ohne Beteiligung von Personen, ausgeführt. In beiden Fällen befindet sich
der Prozess aber eher auf einer semantisch niedrigeren Ebene und ist deshalb im
Gegensatz zu WfMS nicht für eine stark prozessorientierte Applikationsintegration
geeignet.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>3 Prozessbasierende Applikationsintegration</title>
      <p>Ziel des Projektes war es, die folgenden Applikationssysteme (siehe Abb. 1) zu
integrieren:</p>
      <p>
        Das Projektmanagementsystem RPlan von Actano [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">1</xref>
        ] verwaltet die Abläufe, d.h.
die Projektaufgaben und deren Abhängigkeiten, des Entwicklungsprojekts sowie
die zugehörigen Termine auf einer sehr detaillierten Ebene.
      </p>
      <p>Das Messgrößenverwaltungssystem dient zum Controlling des Gesamtprojektes
auf hohem Abstraktionsniveau. Es verwaltet Quality Gates, für deren
Durchschreiten definierte Messgrößen bestimmte Bedingungen erfüllen müssen. Die
Festlegung der entsprechenden Messwerte erfolgt ebenso mit diesem System, wie
die Verwaltung der Verantwortlichkeiten für Messgrößen und -werte.
Im Elektrik/Elektronik (E/E) Bereich werden unterschiedliche Systeme zur
Unterstützung der Produktentwicklung eingesetzt. Aufgrund ihrer völlig
unterschiedlicher Aufgaben gibt es kaum Beziehungen zwischen ihnen, die gespeicherten Daten
lassen aber jeweils Rückschlüsse auf den aktuellen Stand der Produktentwicklung
zu. Hier seien exemplarisch zwei von ihnen vorgestellt:
− Das automatische Testsystem für E/E-Aufbauten verwaltet u.a. die erzeugten
Testergebnisse, welche wiederum Rückschlüsse auf den Reifegrad von
E/EKomponenten (z.B. Steuergeräte) zulassen.
− In der Fehlerverfolgung des Prototypenbaus wird im Fall von entdeckten
Fehlfunktionen ein Workflow ausgelöst, welcher der Beseitigung und
Dokumentation des Problems dient. Die Anzahl und der Zustand dieser Prozesse erlauben
einen Rückschluss auf den Reifegrad des E/E-Gesamtsystems.</p>
      <p>Es ist offensichtlich, dass eine direkte Daten- bzw. Funktionsintegration allenfalls für
jeweils sehr wenige dieser Systeme und nur für kleine Teilfunktionalitäten möglich
ist, da die Systeme zu extrem unterschiedlichen Aufgaben dienen. Eine solche
IntegBaureihenManagement
E/E-Management
E/E-Entwicklungsverantwortliche</p>
      <sec id="sec-3-1">
        <title>Messgrößenverwaltung</title>
        <p>Werte von
Messgrößen
Zuständigkeiten
Messgrößen
Termine</p>
        <sec id="sec-3-1-1">
          <title>EAI-Prozess</title>
          <p>Projektplanungsinformation</p>
          <p>Ausführungsstatus
Anpassung
der
Terminplanung</p>
        </sec>
        <sec id="sec-3-1-2">
          <title>Visualisierung</title>
          <p>Prozessstruktur
Ausführungszustand
E/EEntwickler</p>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-3-2">
        <title>E/E-System</title>
        <p>automatischer
Komponententest</p>
      </sec>
      <sec id="sec-3-3">
        <title>E/E-System</title>
        <p>Fehlerverfolgung
Prototypenbau</p>
      </sec>
      <sec id="sec-3-4">
        <title>E/E-System</title>
        <p>. . .</p>
        <p>Abb. 1. Verwendung und Datenaustausch zwischen den integrierten Anwendungssystemen
ration anzustreben wäre nicht sinnvoll. Teilweise ist ein Datentransfer zwischen den
Systemen auch überhaupt nicht automatisierbar: So kann aus dem zeitlichen Verlauf
der Fehlerprozess-Auslösung im Prototypenbau unter Berücksichtigung der jeweils
unterschiedlichen Schwere des Fehlers – die nur aus dessen textueller Beschreibung
ersichtlich ist – zwar auf den Bearbeitungszustand der Aufgabe „Entwicklung von in
Fahrzeug erprobungswürdigen E/E-Komponenten“ geschlossen werden, aber
sicherlich nicht automatisch.</p>
        <p>
          Da die semantisch tieferliegenden Ebenen ausscheiden, muss die
Systemintegration über den Geschäftsprozess erfolgen. Dessen Ausführung erlaubt das automatische
Sammeln von Daten ebenso wie eine menschliche Interaktion, dort wo sie notwendig
ist (z.B. zur Aggregation von Daten). So kann automatisiert von mehreren Aktivitäten
aus auf verschiedene E/E-Systeme zugegriffen werden. Ebenso können
Projektmanagementinformationen aus RPlan gelesen werden und E/E-Applikationen gezielt zur
Verfügung gestellt werden. In [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
          ] haben wir bereits aufgezeigt, dass bei
unterschiedlichem Abstraktionsniveau der Projektplanung und der operativen Tasks bzw.
Workflows eine Zwischenschicht für die Informationszuordnung und Aggregation
erforderlich ist. Es hat sich herausgestellt, dass diese im vorliegenden Szenario nur
prozessorientiert realisiert werden kann. Um den Aufwand hierfür zu reduzieren und die
Flexibilität zur erhöhen, wurde dies mit dem WfMS Lotus Workflow [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref12">12</xref>
          ]
durchgeführt.
        </p>
        <p>Die Aktivitäten des Workflows werden i.d.R. von sog. Funktionsgruppensprechern
bearbeitet, die jeweils für die Entwicklung von logisch zusammengehörigen
E/EKomponenten verantwortlich sind. Diese legen im Rahmen dieses Prozesses auch die
Werte von Teilmessgrößen fest, aus denen sich dann die Messgrößenwerte ergeben.
Die Messgrößen werden von der in Abb. 1 entsprechend benannten Applikation
verwaltet. Einige Prozessschritte lesen von ihr die Beschreibungen und Zuständigkeiten
von Messgrößen und schreiben nach der Bearbeitung der entsprechenden Aktivitäten
auch Werte von Messgrößen zurück. Durch diese Vorgehensweise wird verhindert,
dass ein Benutzer mit mehreren Applikationen arbeiten muss. Die Oberfläche des
WfMS und die entsprechenden Masken als einzige Benutzerschnittstelle für die
Funktionsgruppensprecher tragen deutlich zur Akzeptanz des Ansatzes bei.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>4 Visualisierung von Prozessinstanzen</title>
      <p>Das vorgestellte Projekt zeigt, wie eine Applikationsintegration mit Hilfe eines
WfMS durchgeführt werden kann. Dies ist sicherlich nicht das erste Projekt, in dem
diese Vorgehensweise gewählt wurde, da EAI-Systeme und WfMS deutliche
Überlappungen ihrer Funktionalität aufweisen. Allerdings wurde im betrachteten Projekt
auch noch ein Nebeneffekt genutzt, der sich als großer Vorteil herausstellte: Der
bisher nur implizit gelebte Prozess wird nun explizit verfügbar, und das einschließlich
seines aktuellen Abarbeitungszustandes. Dies bildet eine ideale Basis zur Information
aller Prozessbeteiligten. So dient der Ausführungszustand natürlich der Projektleitung
zur Planung und zum Controlling. Die Prozessvisualisierung wird aber auch zur
Information der Sachbearbeiter verwendet: Die Entwickler kennen meist weder die
Projektpläne und Termine eines Fahrzeugprojektes, noch den abstrakten
Gesamtprozess. Deshalb ist es ihnen nicht möglich, ihre konkreten Aufgaben in den
Gesamtkontext einzuordnen. Dies führt wiederum dazu, dass sie auf sich zukommende
Verzögerungen nicht rechtzeitig erkennen und die Auswirkungen von selbst verursachten
Verspätungen nicht einschätzen können.</p>
      <p>Die Darstellung der im WfMS vorhandenen Information erfolgt idealerweise durch
die graphische Visualisierung einer Prozessinstanz, da dies für „normale Benutzer“
wesentlich leichter verständlich ist als Listen, Kennzahlen oder Tabellen. Leider ist
die Funktionalität der Visualisierungs- bzw. Monitoringkomponenten heutiger WfMS
hierfür bei weitem nicht ausreichend. So zeigt Abb. 2 die
Standard-Prozessvisualisierung von Lotus Workflow. Diese war den interviewten Endbenutzern deutlich zu
unübersichtlich und ermöglicht zudem nicht, alle relevante Laufzeitinformation
darzustellen. Diese Schwachpunkte sind aber keineswegs Lotus Workflow spezifisch;
die entsprechende Funktionalität anderer WfMS ist sogar größtenteils noch geringer.
So gelten eigentlich bei allen Standard-Visualisierungskomponenten die folgenden
Beschränkungen:</p>
      <p>Es kann nur direkt diejenige Sicht auf den Workflow dargestellt werden, die bei
der Modellierung erzeugt wurde. Dies ist aber eher ein technischer Blickwinkel,
d.h. er beinhaltet auch automatische Aktivitäten (z.B. zur Zusammenführung von
Dokumenten bei Joins) oder durch das Metamodell bedingte Subworkflows.
Dadurch wird die Darstellung für nicht IT-geschulte Anwender zu unübersichtlich.
Es können nur WfMS-interne Attribute wie Bearbeiter oder Startzeiten dargestellt
werden. Es ist meist nicht möglich, Anwendungsdaten zu Visualisieren (z.B.
Bezeichnungen von E/E-Komponenten, vom Bearbeiter angegebene
Abarbeitungszustände laufender Aktivitäten oder voraussichtliche Beendigungstermine). Dies sind
allerdings Daten, die für die Entwickler höchst relevant sind.</p>
      <p>Die graphische Darstellung ist häufig sehr unübersichtlich. Normalerweise kann
diese auch nicht um Zusatzinformationen angereichert werden, welche die
Übersichtlichkeit erhöhen würden. So könnte z.B. die Zusammengehörigkeit von
Aktixyz
Abb. 2. Visualisierung einer Prozessinstanz in Lotus Workflow
vitäten eines Bereichs durch das Einblenden eines farbig ausgefüllten Rechtecks
als Hintergrund deutlich gemacht werden. Auch Texte mit Zusatzinformationen
und (gestrichelte) Pfeile zwischen Aktivitäten mit informellem
Informationsaustausch wären geeignet, um die Übersichtlichkeit zu erhöhen.</p>
      <p>Um eine derart erweiterte Darstellung zu ermöglichen, wurde im vorgestellten Projekt
eine Visualisierungskomponente (siehe Abb. 3) selbst implementiert. Diese
verwendet das bei der Workflow-Modellierung erzeugte (und dann exportierte)
Prozessmodell, ein selbst definiertes Visualisierungsmodell und Anwendungsdaten, die teilweise
außerhalb des WfMS gespeichert sind. Die Verbindung dieser Laufzeitdaten mit der
Workflow-Instanz wird durch einen „Datenzugriffsabschnitt“ im
Visualisierungsmodell definiert. Die gesamte Implementierung ist mit Ausnahme des
Visualisierungsmodells anwendungsunabhängig. Dieses wird in Form einer XML-Datei festgelegt
(deren DTD selbstverständlich ebenfalls anwendungsunabhängig ist), die eigentlich
automatisch vom Modellierungswerkzeug des WfMS aufgrund von
Darstellungsfestlegungen des Modellierers erzeugt werden sollte. Da heutige WfMS hierzu nicht in
der Lage sind, wird die Generierung durch eine manuelle Erstellung simuliert.
Dadurch entsteht natürlich das Problem, dass die Konsistenz des Visualisierungsmodells
mit dem Workflow-Modell im Falle von dessen Änderung nicht garantiert werden
kann.</p>
      <p>Abb. 3. Benutzergerechte Visualisierung einer Workflow-Instanz</p>
      <p>Bei manchen Daten einiger Applikationssysteme erfolgt die Integration nicht durch
ein direktes Schreiben einer automatischen Aktivität des Prozesses, sondern durch
eine Benutzeraktion. Dies ist für eine Änderung der Pläne des
Projektmanagementsystems auch der einzig gangbare Weg, weil eine automatische Umplanung aufgrund
der Komplexität einer solchen Operation kaum vorstellbar ist und außerdem viel zu
gefährlich wäre. Stattdessen wird die Visualisierung des aktuellen
Ausführungszustandes (bei der auch aufgetretene Verzögerungen dargestellt werden) genutzt, um
den Projektmanager bei dessen Analyse zu unterstützen. Dieser zieht dann selbst die
entsprechenden Schlüsse und passt den Projektplan manuell an (angedeutet durch den
gestrichelten Pfeil in Abb. 1).</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>5 Zusammenfassung und Ausblick</title>
      <p>Im vorgestellten Projekt war es die Aufgabe, Anwendungssysteme zu integrieren, für
die dies wegen ihrer zu unterschiedlichen Einsatzgebiete mit den normalerweise
verwendeten EAI-Methoden nicht möglich ist. Deshalb wurde eine Lösung gewählt, bei
der die Integration über einen Geschäftsprozess erfolgt, der hierzu mittels eines
WfMS implementiert wurde. Durch dessen Ausführung wird einerseits ein
automatischer Datenaustausch zwischen den Applikationen realisiert, andererseits werden
auch intellektuelle Entscheidungen der Prozessbeteiligten möglich. Um diese
Entscheidungen auf solide Beine stellen zu können und zur Information aller
Prozessbeteiligten, erwies sich die Visualisierung des ausgeführten Prozesses als sehr geeignet.
Deshalb wurde eigens eine Visualisierungskomponente entwickelt. Für die Zukunft
bleibt zu hoffen, dass die WfMS-Hersteller eine entsprechende
Visualisierungsfunktionalität in ihre Systeme übernehmen werden, da ein sehr enger Bezug zur
Modellierungskomponente des WfMS existiert. Damit wäre eine bedarfsgerechte
Visualisierung ohne Zusatzaufwand für die jeweiligen Projekte verfügbar.</p>
      <p>Abgesehen von dem Schwachpunkt der Visualisierung haben wir festgestellt, dass
sich WfMS gut für die beschriebene Integration eignen, weil die Anforderungen an
das Metamodell, die Workflow-Steuerung usw. im betrachteten Projekt nicht
übermäßig hoch waren. Die Verwendung eines WfMS führt zu einem recht geringen
Initialaufwand bei der Implementierung der prozessorientierten Applikation. WfMS
bieten häufig schon vorbereitete Schnittstellen zu zahlreichen Typen von
Anwendungssystemen. Abhängig von den konkret zu integrierenden Anwendungen können
diese zu einer zusätzlichen Reduzierung des Umsetzungsaufwands führen. Da im
konkreten Projekt hauptsächlich proprietäre Anwendungen ohne definierte
Schnittstellen zu integrieren waren, blieb hier als einzige Lösung meist nur der Zugriff auf
die Applikationsdatenbank zur Integration, so dass nicht von angebotenen
Schnittstellen profitiert werden konnte. Dennoch hat sich das verwendete WfMS als sehr
geeignete Implementierungsplattform erwiesen.</p>
    </sec>
  </body>
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    <ref-list>
      <ref id="ref1">
        <mixed-citation>1. Actano: RPlan. http://www.actano.de</mixed-citation>
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