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    <article-meta>
      <title-group>
        <article-title>Enterprise Application Integration als Enabler °exibler Unternehmensarchitekturen</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Stephan Aier und Marten SchoÄnherr</string-name>
          <email>stephan.aier@tu-berlin.de</email>
          <xref ref-type="aff" rid="aff0">0</xref>
          <xref ref-type="aff" rid="aff2">2</xref>
          <xref ref-type="aff" rid="aff3">3</xref>
        </contrib>
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          <label>0</label>
          <institution>FlexibilitÄat als Gestaltungsziel</institution>
        </aff>
        <aff id="aff1">
          <label>1</label>
          <institution>Notwendigkeit °exibler Unternehmungsarchitekturen</institution>
        </aff>
        <aff id="aff2">
          <label>2</label>
          <institution>Problemstellung</institution>
        </aff>
        <aff id="aff3">
          <label>3</label>
          <institution>Technische UniversitaÄt Berlin</institution>
          ,
          <addr-line>Sekr. FR 6-7, Franklinstr. 28/29, 10587 Berlin</addr-line>
        </aff>
      </contrib-group>
      <abstract>
        <p>Zusammenfassung. Ein wesentliches Ziel aktueller IT-InfrastrukturProjekte ist die nachhaltige Flexibilisierung von Unternehmensarchitekturen. Der Beitrag eroÄrtert, beginnend mit dem Paradigma der FlexibilitaÄt von Unternehmensarchitekturen, MoÄglichkeiten der integrierten Modularisierung von Organisations- und IT-Strukturen im Rahmen eines integrierten Architekturmanagements.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>
        KruÄger di®erenziert den Wandel von Unternehmungen nach
Wandlungsbedarf, Wandlungsbereitschaft und WandlungsfaÄhigkeit. [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
        ] Die
WandlungsfÄahigkeit stellt den Kern der Betrachtungen dieses Beitrag dar.
      </p>
      <p>Um mit intern und extern ausgeloÄsten Wandlungsbedarfen e®ektiv
umzugehen, sind in den Unternehmungen entsprechende Strukturen und
organisatorische Instanzen zur Institutionalisierung von Wandel zu scha®en.1</p>
      <p>
        Neben institutionellen Ma¼nahmen werden im Folgenden strukturelle
Ma¼nahmen zur ErhoÄhung der WandlungsfaÄhigkeit { Ma¼nahmen zur
Flexibilisierung { diskutiert. Der Begri® der FlexibilitÄat entstammt dem Lateinischen
und bedeutet VeraÄnderbarkeit, Beweglichkeit oder Biegsamkeit. Ein System ist
dann °exibel, wenn einem Wandlungsbedarf ein in angemessener Zeit
aktivierbares Wandlungspotenzial im System gegenuÄbersteht [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4 ref9">4,9</xref>
        ]. Der
Wandlungsbedarf enthaÄlt eine sachliche und eine zeitliche Dimension. Die zeitliche
Dimension fordert zum einen das ReaktionsvermoÄgen einer Unternehmung als auch die
FaÄhigkeit antizipativer Anpassung. Hill/Fehlbaum/Ulrich bezeichnen dies
als ProduktivitaÄt zweiter Ordnung [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10">10</xref>
        ]. Kieser/Kubicek identi¯zieren
folgende AuspraÄgungen der Struktur von Unternehmungen als geeignet, deren
FlexibilitaÄt zu erhoÄhen [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
        ]:
{ geringe Spezialisierung auf Stellen und Abteilungsebene
{ starke Dezentralisierung
{ °ache Hierarchien
{ Minimierung der StaÄrke zentraler unterstuÄtzender Abteilungen (StaÄbe)
{ einfache, d. h. keine umfassenderen Matrixstrukturen
      </p>
      <p>Die genannten AuspraÄgungen zielen auf eine Entkopplung der Strukturen
und Prozesse durch eine Reduktion von Schnittstellen. Im Folgenden werden
diese Gedanken weiterentwickelt, um durch Modularisierung auf verschiedenen
Ebenen der Unternehmung, Entkopplung und °exible Rekon¯guration von
Architekturen zu ermoÄglichen.
3</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Organisation und IT</title>
      <p>
        Heute ist es nicht ausreichend ausschlie¼lich formale organisatorische
Gestaltungsaspekte bei der Flexibilisierung von Unternehmungen zu betrachten.
Vielmehr ist es notwendig auch die informations- und
kommunikationstechnologischen Aspekte zu beruÄcksichtigen und beide in einem integrierten
ArchitekturAnsatz zu verbinden. Umgekehrt macht es wenig Sinn, Informationssysteme
einzufuÄhren oder zu aÄndern, ohne die Wechselwirkungen mit den Aufgaben und
Prozessen die sie unterstuÄtzen zu beruÄcksichtigen [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref11 ref12">11,12</xref>
        ]. EAI integriert hier
nicht nur IT-Systeme sondern ist vor allem der AusloÄser, die DomaÄnen
Organisation und IT integriert zu gestalten und gemeinsam weiterzuentwickeln.
      </p>
      <p>
        In der Wissenschaft hat diese Diskussion um die gegenseitigen
AbhaÄngigkeiten von IT und Organisation der Unternehmung eine lange Tradition, in der
1 Bspw. kontinuierliche Prozessverbesserungen [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">6</xref>
        ] durch ein betriebliches
Vorschlagswesen [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref7">7</xref>
        ] oder Kaizen [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref8">8</xref>
        ].
sowohl die Technologie (technological imperative), die Organisation
(organizational imperative) als auch komplexe Wechselwirkungen zwischen beiden (emergent
perspective) [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref13">13</xref>
        ] als treibende Faktoren beschrieben wurden [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref14 ref15 ref16 ref17">14,15,16,17</xref>
        ].2
Frese folgend, wird hier nicht davon ausgegangen, dass Informationstechnologie
und Unternehmungsorganisation in einem deterministischen
Ursache-WirkungsZusammenhang stehen [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
        ]. Vielmehr wird angenommen, dass IT eine den
Gestaltungsspielraum des Organisators erweiternde Option darstellt [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref19">19</xref>
        ].
4
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Modulare Unternehmungsarchitekturen</title>
      <p>
        Unter einer Unternehmensarchitektur wird hier das Zusammenwirken
technologischer, organisatorischer und psychosozialer Aspekte bei der Entwicklung
und Nutzung von betrieblichen soziotechnischen Informationssystemen
verstanden [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref20">20</xref>
        ]. Im Folgenden werden vor allem die technologischen und
organisatorischen DomaÄnen als IT- und Organisationsarchitekturen betrachtet. Ein aktuell
diskutiertes Mittel zur Flexibilisierung von IT- und
Organisationsarchitekturen ist die Modularisierung. Unter Zuhilfenahme der Systemperspektive werden
nachfolgend allgemeine Charakteristika von Modulen beschrieben, welche der
Organisations- und IT-Literatur entnommen sind und hier fuÄr beide Bereiche
gleichrangig gelten sollen.
      </p>
      <p>
        Ein Modul besteht aus zwei Teilen, der Modulschnittstelle und dem
Modulrumpf. Die Modulschnittstelle enthaÄlt dabei die Spezi¯kation der
Leistungen des Moduls die fuÄr seine Umwelt zur ,,Benutzung\ notwendig sind. Der
Modulrumpf implementiert die spezi¯zierten Leistungen. Modularisierung
bedeutet die Strukturierung eines Systems in kleine, teilautonome Subsysteme.
Die KomplexitaÄtsreduktion ergibt sich dabei aus der Subsystembildung
innerhalb des Systems Unternehmung [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref21">21</xref>
        ]. Die Subsystembildung wirkt
komplexitaÄtsreduzierend, da sie zum einen die subsysteminterne KomplexitaÄt im Sinne
der Kapselung vor der Subsystemumwelt verbirgt, zum anderen durch die
Reduktion auf wenige bekannte Schnittstellen eine Entkopplung der Subsysteme
bewirkt.
      </p>
      <p>
        Die Flexibilisierung der Architektur ergibt sich durch die nun leichtere
Rekon¯gurationsmoÄglichkeit der entkoppelten Module. KomplexitaÄtsreduktion kann
somit als Voraussetzung fuÄr die Flexibilisierung angesehen werden. Bei der
Modularisierung sind folgende Gestaltungsziele zu beachten [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref22 ref23">22,23</xref>
        ]:
{ Abstraktion von der Implementierung
{ Kapselung im Sinne des Verbergens der internen Funktionsweise
{ Austauschbarkeit
{ Wiederverwendbarkeit
{ Zeitliche GuÄltigkeit
{ OrthogonalitaÄt (im Sinne von ,,sich gegenseitig nicht beein°ussend\)
{ UÄberschneidungsfreiheit
{ VollstaÄndigkeit (Abgeschlossenheit)
2 Eine UÄbersicht uÄber Studien sowie die Analyse von Ergebnissen ¯nden sich in [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref18">18</xref>
        ].
{ Wohlde¯nierte Schnittstellen
{ SchnittstellenminimalitaÄt3
{ GenerizitaÄt
      </p>
      <p>
        Durch die Anwendung dieser Prinzipien werden Module gescha®en, die
potenziell kombinierbar, wiederverwendbar und gut aÄnderbar sind [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref22">22</xref>
        ]. Im
Folgenden wird nun dargestellt, welche AnsaÄtze sich bei der Modularisierung der
Organisation und der IT ergeben.
4.1
      </p>
      <sec id="sec-3-1">
        <title>Modularisierung der Organisation</title>
        <p>Die Modularisierung der Organisation, wird im Folgenden wird auf der Ebene der
Gesamtunternehmung als Makroebene und der Ebene der GeschaÄftsprozesse als
Mikroebene betrachtet. Mit der De¯nition einer Makro- und einer Mikroebene
werden zwei Ziele verfolgt:
1. Festigung und zugleich Flexibilisierung der Strukturen
2. De¯nition uÄberschaubarer und managebarer Module</p>
        <p>Die Makroebene hat eine stark strukturierende Wirkung auf die
Organisation. Die Module der Makroebene, die sogenannten Makromodule, sollen uÄber
einen laÄngeren Zeitraum stabil sein. Die Makroebene bildet damit ein
Bezugssystem als Grundlage fuÄr die Gestaltung der Module der Mikroebene innerhalb der
jeweiligen Makromodule. Die Module der Mikroebene hingegen sollen die
Dynamik der wechselnden Prozessanforderungen durch entsprechende
Rekon¯guration widerspiegeln. Ziel ist es also, eine bezuggebende, stabile,
organisationsinvariante Ebene { die Makroebene { und eine dynamische, °exibel kon¯gurierbare
Ebene { die Mikroebene { zu bilden. Nachfolgend werden die Charakteristika
der Makro- und der Mikroebene dargestellt.</p>
        <p>Modularisierung auf Makroebene Um eine direkte Abbildung
strategieorientierter Organisationsstrukturen auf die IT-Infrastruktur zu erreichen,
werden mehr als die klassischen ablauf- bzw. aufbauorganisatorischen Sichtweisen
benoÄtigt. Das Ziel der De¯nition der Makro-Module besteht in der Betrachtung
der Gesamtorganisation mit Hilfe geeigneter Kriterien, um genau diesen Schritt
ableiten zu koÄnnen. Im Folgenden werden in Erweiterung der o. g. allgemeinen
Kriterien spezielle Kriterien zur Bildung von Makromodulen genannt:
{ AÄhnlichkeit der Prozesse innerhalb eines Moduls
{ AÄhnlichkeit des notwendigen Prozess-Know-hows
{ Minimierung der externen AbhaÄngigkeiten
{ Maximierung der internen KohaÄrenz
{ UnabhaÄngigkeit von operativen Prozessanpassungen
3 In Bezug zur Systemtheorie bedeutet SchnittstellenminimalitaÄt die Reduktion der
Relationen des Subsystems zu seiner Umwelt und somit Maximierung { im Sinne
von Verschiebung { der Relationen in den Subsystemen.
{ Branchenspezi¯sche Best Practices fuÄr die Abgrenzung der Module</p>
        <p>Die aufgezaÄhlten Kriterien werden z. T. im Bereich der Componentware
verwendet, um die GranularitaÄt von Softwarekomponenten zu bestimmen. Die
analoge Verwendung auf Makroebene fuÄhrt zumindest zu aÄhnlichen Methoden, mit
denen spaÄter ein Match zwischen Makro-, Mikro- und Softwarearchitekturebene
erreicht werden kann. Die de¯nierten Makro-Module stellen keine
Handlungsanweisung fuÄr eine Reorganisation dar. Sie verfolgen vielmehr das Ziel, eine
besondere Sichtweise auf die Organisation zu gewaÄhren. Diese Sichtweise
unterstuÄtzt die Modularisierung der jeweiligen IT-Systeme, die die Prozesse eines
Makro-Moduls unterstuÄtzen. In Abbildung 1 wird anhand einer klassischen
Matrixorganisation die sich nach Sparten und Funktionsbereichen aufstellt gezeigt,
wie Makro-Module durch die oben aufgefuÄhrten Kriterien gebildet werden.
Dabei stellen die farbig gleich hervorgehobenen Bereiche jeweils ein Makro-Modul
dar. Beispielsweise wurden innerhalb der verschiedenen Vertriebsorganisationen
zwei Bereiche als Makro-Modul de¯niert. Grund dafuÄr koÄnnte sein, dass sich
die Prozesse in beiden Bereichen stark aÄhneln und aÄhnlicher Informationen zur
AusfuÄhrung beduÄrfen.</p>
        <p>Produkt I</p>
        <p>Produkt II</p>
        <p>Produkt III</p>
        <p>Produkt n
Vertrieb
Produktion</p>
        <p>Absatz</p>
        <p>Verwaltung</p>
        <p>Abb. 1. De¯nition von Makro-Modulen in einer Matrixorganisation</p>
        <p>
          Auf der Ebene der Makromodule sollen StrukturaÄhnlichkeiten die
Grundlage fuÄr die De¯nition bilden. Es koÄnnen situativ weitere Kriterien zu den oben
genannten bestimmt werden. Prozesse laufen i. d. R. moduluÄbergreifend, d. h. es
wird keine Abgrenzung nach Anfang bzw. Ende von Prozessketten
vorgenommen.4
Modularisierung auf Mikroebene Innerhalb der de¯nierten
Makromodule sollen jetzt die StrukturaÄhnlichkeiten genauer betrachtet werden. FuÄr
die IT-Systemwelt sind vor allem die innerhalb der Module vorhandenen
GeschaÄftsprozesse relevant. Hier muÄssen alle Prozessschritte verglichen und die
4 Vgl. zu praktischen Umsetzungen aÄhnlicher Konzepte bei der Credit Suisse [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref24">24</xref>
          ], bei
der HypoVereinsbank [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref25">25</xref>
          ].
strukturgleichen identi¯ziert werden. Ein GeschaÄftsprozess setzt sich prinzipiell
aus verschiedenen Schritten zusammen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich in einer
Menge aÄhnlicher Prozessketten identische Schritte be¯nden, ist sehr hoch. Selbst
wenn sich die Teilprozesse nur sehr leicht unterscheiden, kann betrachtet
werden, ob es im Sinne einer KomplexitaÄtsreduktion moÄglich ist, die tatsaÄchlichen
GeschaÄftsprozesse so zu modi¯zieren, dass sie moÄglichst viele identische
Teilprozesse verwenden.
        </p>
        <p>
          Gerybadze leitet aus den Methoden der modularen Produktgestaltung
Kriterien fuÄr die Bestimmung des Grades der Modularisierbarkeit von Prozessen ab.
Eine gute Modularisierbarkeit ergibt sich nach Gerybadze, wenn [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref26">26</xref>
          ]:
{ sich fuÄr jede AktivitaÄt eine genau de¯nierte Funktion des Gesamtsystems
de¯nieren laÄsst,
{ die QualitaÄt des Ergebnisses dieser AktivitaÄt genau bestimmt werden kann,
{ fuÄr den jeweiligen Output Preise bzw. Verrechnungspreise bestimmt werden
koÄnnen und
{ die Schnittstellen sehr genau de¯niert werden koÄnnen.
        </p>
        <p>Neben der generellen Frage der Modularisierbarkeit ist die Bestimmung der
optimalen ModulgrÄo¼e entscheidend fuÄr die erfolgreiche Umsetzung der
Modularisierung auf Prozessebene. Zu gro¼e Module koÄnnen die erho®te FlexibilitaÄt
der Organisation verhindern, da die Modularisierung ja gerade kleine, °exibel
integrierbare Fragmente scha®en soll, die beweglicher sind als eine gesamte
monolithische Struktur. Zu gro¼e Module koÄnnen durch ihre KomplexitaÄt die
Beherrschbarkeit der Prozesse innerhalb des Moduls einschraÄnken. Andererseits
bedeuten zu viele kleine Module eine staÄrkere Arbeitsteilung und Zergliederung. Je
kleiner die Module, desto spezialisierter muÄssen naturgemaÄ¼ die Prozesse
innerhalb eines Moduls sein. Um allgemeine Kriterien zur Scha®ung einer optimalen
ModulgroÄ¼e zu de¯nieren, muÄssen die Charakteristika der Modularisierung
betrachtet werden. Die zu beachtende MindestgrÄo¼e eines Moduls ergibt sich aus
den AktivitaÄten fuÄr ein klar de¯nierbares (Zwischen-)Produkt. Die maximale
ModulgrÄo¼e wird durch die Beherrschbarkeit der KomplexitaÄt innerhalb eines
Moduls bestimmt. Die KomplexitaÄt darf nicht so gro¼ sein, dass die
Verantwortlichen das Modul nicht mehr steuern koÄnnen.</p>
        <p>
          Realisierungsprinzipien Die Realisierung einer modularen Organisation ist
stark von den situativen Rahmenbedingungen abhaÄngig. Wesentliche
Ein°ussfaktoren sind die GrÄo¼e der Organisation, ihr Angebotsprogramm, ihre
Internationalisierung und Kultur, die bestehende Strukturierung sowie die
Organisationsumwelt [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
          ]. Trotz dieser situativen AbhaÄngigkeit lassen sich einige grundsaÄtzliche
Realisierungsprinzipien ¯nden:
        </p>
        <p>Das Hauptprinzip ist, kleine Organisationseinheiten zu bilden. Sie muÄssen
gro¼ genug sein, zusammengehoÄrige Prozesse zu einem Objekt (z. B. Produkt,
Produktgruppe etc.) zu umfassen. Sie duÄrfen aber den Umfang und die
KomplexitaÄt betre®end die Aufnahmegrenzen und ProblemloÄsungskapazitaÄten des
Menschen nicht uÄberschreiten.</p>
        <p>Die Prozessorientierung kommt durch die Forderung zum Ausdruck, die
Module durchgaÄngig an den Prozessen zur Erstellung von Leistungen zu orientieren.
Die Prozessorientierung zeigt, dass die Modularisierung nicht auf eine
funktionsorientierte, sondern auf eine objektorientierte Strukturierung abzielt.</p>
        <p>In engem Zusammenhang mit der Prozessorientierung steht die Kunden- bzw.
Marktorientierung. Hiernach sollen sich alle WertschoÄpfungsaktivitaÄten der
Module an den externen und/oder internen Kundenanforderungen orientieren. Dies
resultiert aus dem Hauptziel, der °exiblen Anpassung an die Erfordernisse des
Marktes.</p>
        <p>Integriertheit der Aufgaben: Die Prozesse in einem Modul sollen
weitestgehend ihrer Art nach zusammengehoÄren, um die Abgeschlossenheit der in einem
Modul konzentrierten Prozesse zu gewaÄhrleisten.</p>
        <p>Nicht-hierarchische Koordinationsformen : Die Koordination autonomer
Handlungseinheiten, die nicht mehr in einem hierarchischem VerhaÄltnis
zueinander stehen, erfordert neue Formen der Zusammenarbeit, welche nicht mehr auf
Fremdsteuerung, sondern auf Selbststeuerung basieren.
4.2</p>
      </sec>
      <sec id="sec-3-2">
        <title>Modularisierung der IT</title>
        <p>
          Ausgehend von der dargelegten modularen Organisationsarchitektur sind
adaÄquate IT-Architekturen zu de¯nieren. Die abgestimmte Gestaltung von
Strategien, Prozessen und technischen Infrastrukturen ist ein klassisches Thema
der Wirtschaftsinformatik [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref27">27</xref>
          ]. Dazu wurden verschiedene
Architekturkonzepte entwickelt, die eine Homologie zwischen Organisation und IT zum Ziel haben
[
          <xref ref-type="bibr" rid="ref28 ref29 ref30">28,29,30</xref>
          ]. Diese Konzepte beruhen jedoch auf der Annahme, uÄber
Implementierung und NeueinfuÄhrung von IT zu sprechen. Um moÄglichst nachhaltige
Architekturen zu scha®en, sollte das Paradigma der strukturellen Analogie zwischen
Organisation und IT so weit wie moÄglich aufrecht erhalten werden [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref20">20</xref>
          ].
EAI vs. Service Oriented Architecture (SOA) Serviceorientierung und
Systemintegration wurden viele Jahre unabhaÄngig voneinander diskutiert.
EAIPlattformen integrieren heterogene Systemlandschaften zentral auf Prozess-,
Methoden- und Datenebene.5 Je staÄrker die Integrationsprojekte allerdings mit
objektorientierten Verfahren implementiert werden, desto groÄ¼er erscheint die
NaÄhe zur Serviceorientierung. Die dienstorientierte Anwendungsintegration ist
mit der Integration auf Interface- und Methodenlevel vergleichbar. Sie stellt eine
alternative Sichtweise dar, die versucht, ,,gewrappte\ Module aus
Altanwendungen und bereits serviceorientiert implementierte Neuanwendungen innerhalb
einer SOA zu integrieren. Eines der wichtigsten Ziele der Serviceorientierung ist
die Wiederverwendung bestehender Komponenten. Voraussetzung dafuÄr ist ein
zentrales Servicemanagement, dass Funktionen wie Service-Life-Cycle,
Serviceverteilung und die Versionierung bereitstellen muss [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref32">32</xref>
          ].
5 Vgl. zu den Begri®en User Interface Integration, Data Level Integration, Application
Interface Integration, Method Integration, Service based Integration sowie Process
Integration [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref31">31</xref>
          ].
        </p>
        <p>
          Da die meisten Entwicklungswerkzeuge inzwischen eine Serviceorientierung
unterstuÄtzen, werden Anwendungen in Zukunft sehr viel einfacher als Services
entwickelbar sein. Altanwendungen sind jedoch oft schwer in als Service
abgrenzbare Module aufzuspalten. Neben Entwicklungsumgebungen die eine
Neuimplementierung mit Servicecharakter aktiv unterstuÄtzten bieten einige
IntegrationsSuiten inzwischen ebenfalls Tools, die das Wrappen von Altanwendungen in
Services erleichtern. Die Kosten dieser initialen Umwandlung koÄnnen hoch sein
und oft widerspricht der Eingri® in den Quellcode den strategischen
Richtlinien der IT-Verantwortlichen, die vor allem monolithische Legacies unberuÄhrt
lassen wollen [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref33">33</xref>
          ]. Bei der Betrachtung einer Gesamt-IT-Architektur muss von
zu integrierenden Altanwendungen und geplanten Neuimplementierungen
ausgegangen werden. Sowohl der zentrale EAI-Ansatz als auch die dezentrale SOA
stellen Methoden zu VerfuÄgung, LoÄsungen fuÄr das beschriebene Spannungsfeld
zu implementieren. EAI und SOA sind daher harmonierende Bestandteile einer
Gesamt-IT-Architektur.
        </p>
        <p>
          Problemfelder der technischen Modularisierung Im Kontext der
Systemintegration muss allerdings beachtet werden, dass eines der primaÄren Ziele der
EAI, die Reduktion der Punkt-zu-Punkt-Integrationsszenarien nicht durch eine
Äahnlich komplexe SOA ersetzt wird. Zwei Hauptprobleme bei der Anbindung
von Altanwendungen sind standardisierte Schnittstellen und die GranularitaÄt
der Services. Bei der serviceorientierten Integration bestehender Anwendungen
kommt es auf die GranularitaÄt der als Services verpackten Funktionen an. So
macht es Sinn, diejenigen Funktionen als Services zugaÄnglich zu machen, die
allgemein benoÄtigt und somit wieder verwendet werden sollten. Sie sollten
eine komplette Arbeitseinheit ausfuÄhren sowie in ihrer Funktion und im Ergebnis
gut beschreibbar sein [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref34">34</xref>
          ]. Mit groÄ¼ter Wahrscheinlichkeit liegen die
Altanwendungen jedoch monolithisch bzw. in falscher GranularitaÄt vor [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref35">35</xref>
          ]. Das Problem
der GranularitaÄt stellt sich auch fuÄr Anwendungen, die in Programmiersprachen
geschrieben wurden, die mehr oder weniger direkt unter Anwendung
spezieller Tools in Webservices umgewandelt werden koÄnnen. Obwohl sich die
Verzeichnisse, die Services beschreiben aus De¯nitionen von Schnittstellen bereits
bestehender Technologien verteilter Softwaresysteme (Java-Klassen, JavaBeans,
CORBA-Objekte, Visual Basic-Klassen, C#) erzeugen lassen, sind diese zumeist
ebenfalls nicht in der fuÄr Services geeigneten GranularitaÄt de¯niert [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref36">36</xref>
          ].
5
        </p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Fazit</title>
      <p>Viele Publikationen mit technischem Fokus diskutieren derzeit dezentrale
Architekturen zur Integration komplexer IT-Infrastrukturen. Unternehmen greifen
das Thema der Wiederverwendung erneut auf, obwohl es vor einigen Jahren
unter dem Namen der Business Process Repositories, die konzipiert wurden, um
rekon¯gurierbare GeschaÄftsprozesse zu implementieren, fast voÄllig aus der
Fachdiskussion verschwunden waren. Performantere Plattformen begruÄnden teilweise
diese unerwartete Renaissance. Das Thema EAI traÄgt ebenfalls zur aktuellen
Diskussion bei, die auf Unternehmensarchitekturebene gefuÄhrt wird. Dabei geht
es im ersten Schritt um die fachliche De¯nition der Module (bzw. Services),
nachfolgend werden erst Technologien zur Implementierung eine Rolle spielen.
In diesem Sinne konzentriert sich der Beitrag vor allem auf die Modularisierung
auf fachlicher Ebene und deren UÄberfuÄhrung in eine technische Ebene. Details
der technischen Implementierung stehen nicht im Vordergrund.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Literatur</title>
    </sec>
  </body>
  <back>
    <ref-list>
      <ref id="ref1">
        <mixed-citation>
          1.
          <string-name>
            <surname>Jurkovich</surname>
            ,
            <given-names>R.:</given-names>
          </string-name>
          <article-title>A core typology of organizational environments</article-title>
          .
          <source>Administrative Science Quaterly</source>
          <volume>19</volume>
          (
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