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        <article-title>IT-basierte Integration in medizinischen Versorgungsnetzen</article-title>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Mario Beyer</string-name>
          <email>beyerm@med.uni-marburg.de</email>
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          <string-name>Klaus A. Kuhn</string-name>
          <email>kuhn@med.uni-marburg.de</email>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Christian Meiler</string-name>
          <email>christian.meiler@informatik.uni-erlangen.de</email>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Stefan Jablonski</string-name>
          <email>stefan.jablonski@informatik.uni-erlangen.de</email>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>und Richard Lenz</string-name>
          <email>lenzr@med.uni-marburg.de</email>
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          <label>0</label>
          <institution>Friedrich-Alexander-Universität Erlangen</institution>
          ,
          <addr-line>Lehrstuhl für Informatik 6, Martensstr. 3, D-91058 Erlangen</addr-line>
        </aff>
        <aff id="aff1">
          <label>1</label>
          <institution>Philipps-Universität Marburg, Institut für Medizinische Informatik</institution>
          ,
          <addr-line>Bunsenstr. 3, D-35033 Marburg</addr-line>
        </aff>
      </contrib-group>
      <abstract>
        <p>Zusammenfassung. Die Versorgung von Patienten entwickelt sich zunehmend zu einem institutionsübergreifenden Behandlungsprozess. Daraus entsteht ein Bedarf für Informationssysteme, die geeignet sind, Prozesse im Versorgungsnetz angemessen zu unterstützen. Solche Systeme haben ein hohes Potential zur Verbesserung der Qualität. In dem Forschungsprojekt „Grundlagen prozessorientierter Informationssysteme im Krankenhaus und im Versorgungsnetz“ wurden die Anforderungen an solche Systeme untersucht. Dabei wurden Flexibilität, Erweiterbarkeit und Integration als zentrale Eigenschaften einer Systemarchitektur identifiziert. Dieser Artikel beschreibt funktionale Aspekte für eine Architektur und diskutiert die verschiedenen Aspekte bei der Integration von Daten heterogener Systeme. Ein Schwerpunkt liegt auf der Behandlung semantischer Inkompatibilität, wozu ein Abstraktionskonzept skizziert wird, das einen kaskadierten Ausbau der semantischen Kompatibilität verschiedener Teilnehmersysteme ermöglichen und damit falls nötig eine weitgehend ontologieunabhängige Verarbeitung von Dokumenten erlauben soll.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>1.1</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Einleitung</title>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>Grundlagen und Zielsetzung</title>
        <p>
          konnten die hohe Komplexität in der Medizin in Verbindung mit mangelnder
Informationsverfügbarkeit identifiziert werden [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref5">6</xref>
          ]. Vor allem bei einem
Wechsel der behandelnden Institution treten starke Defizite im Informationsfluss auf,
wodurch in verteilten Behandlungsprozessen ein hohes Gefahrenpotential liegt.
Besonders im Versorgungsnetz ist daher ein starkes Potential für Verbesserungen
durch Informationssysteme gegeben. [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref6">7</xref>
          ]
        </p>
        <p>Die aktuelle IT-Infrastruktur besteht allerdings aus einer Vielzahl
unabhängiger und oft inkompatibler Systeme, die die Diskontinuität unterstützen [1]. Ziel
des DFG-geförderten Projekts „Grundlagen prozessorientierter
Informationssysteme im Krankenhaus und im Versorgungsnetz“ ist es daher, eine geeignete
Architektur für ganzheitliche Informationssysteme zur prozessorientierten
Unterstützung des Versorgungsnetzes zu erstellen. Im Folgenden wird die im Rahmen
dieses Projekts durchgeführte Analyse der Anforderungen an ein
Informationssystem von der Seite der Anwender beschrieben, von der auf die technischen
und funktionalen Anforderungen an eine solche Architektur abstrahiert wird.
Als zentrale Problemstellung tritt die Integration inkompatibler Systeme in den
Vordergrund, die verschiedene Formen von Lösungsansätzen erfordert.
1.2</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>Kommunikationsstandards und verwandte Projekte</title>
        <p>Die Datenkommunikation in der Medizin erfolgt heute nach verschiedenen
nachrichtenbasierten Standards. Im klinischen Bereich ist HL7 („Health Level 7“)
weit verbreitet. Dazu kommen DICOM („Digital Imaging and Communications
in Medicine“) und EDIFACT („Electronic Data Interchange For Administration,
Commerce and Transport“). Arztpraxen verwenden jedoch andere Standards wie
die xDT-Familie, z. B. BDT („Befunddatenträger“) oder LDT
(„Labordatenträger“). Die unterschiedlichen Standards erschweren die Kommunikation zwischen
Kliniken und Praxen deutlich.</p>
        <p>Die Menge der maßgeblichen Standards unterliegt einer laufenden
Veränderung. Viele Formate werden derzeit im Hinblick auf XML überarbeitet. Version 3
von HL7 wird ein Referenzmodell (RIM, „Reference Information Model“)
umfassen; mit CDA („Clinical Document Architecture“; eine Architektur zur Definition
klinischer Dokumente auf verschiedenen Abstraktionsebenen, vgl. Abschn. 4) soll
der Übergang von nachrichtenbasierten zu dokumentenbasierten Systemen
erfolgen. Das deutsche Projekt SCIPHOX (www.sciphox.de), das ursprünglich HL7
und xDT verknüpfen sollte, beschäftigt sich mit einer konkreten Ausgestaltung
der CDA und hat bereits einige Definitionen für bestimmte Anwendungsfälle
erstellt.</p>
        <p>Bekannte deutsche Projekte, die den sicheren Datentransport (weitgehend
unabhängig von dessen Inhalt) adressieren, sind VCS und D2D. Darüber
hinaus gibt es zahlreiche industrielle Kommunikationsanbieter, die jedoch meist
proprietäre Datenformate verwenden. Oft wird bei Vernetzungsprojekten einem
schnellen, zielgerichteten Einsatz der Vorzug vor einem ganzheitlichen Vorgehen
gegeben.</p>
        <p>Vom Ansatz her mit dem hier vorgestellten Projekt verwandt ist das
EUProjekt PICNIC (picnic.euspirit.org), welches ebenfalls versucht, eine flexible
Kommunikationsarchitektur mit austauschbaren Komponenten zu entwerfen und
zu implementieren. Dort werden zwei Schichten definiert mit
domänenspezifischen und -unabhängigen Komponenten, die auf bestehenden
Transportmechanismen beruhen und auf denen Applikationen aufgebaut werden sollen.
Allerdings wird nicht diskutiert, welche Anforderungen dem zugrunde liegen, auch
die Integrationsproblematik wird nicht näher adressiert.</p>
        <p>
          Verschiedene deutsche Studien bestätigen die Notwendigkeit von
Versorgungsnetzen, plädieren aber dabei auf eine gesetzliche Normierung von Standards zur
Vereinfachung der Integrationsproblematik [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref7">8</xref>
          ], wobei die Integration von
vorhandenen Systemen oder Standards weitgehend ignoriert wird.
2
        </p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Anforderungsanalyse</title>
      <p>Für die Entwicklung einer IT-Infrastruktur gelten verschiedenste
Rahmenbedingungen (technisch, politisch etc.), die teilweise häufigen Änderungen
unterworfen sind. Für ein praktikables und akzeptiertes System sind vor allem aber die
Anforderungen seitens der Anwender wichtig. Daher wurden in der ersten
Projektphase die bestehende Fachliteratur daraufhin untersucht und strukturierte
Interviews mit Niedergelassenen und Klinikärzten geführt.</p>
      <p>
        Die Literatur hat sich in den vergangenen Jahren eingehend mit Bedarf und
Ansprüchen an Informationssysteme befasst. Als zentrale Problemfelder werden
die Integration heterogener Teilsysteme (woraus die Notwendigkeit zu offenen
Systemen, aber auch gemeinsamen Ontologien und Standards erwächst),
Adaptierbarkeit an unterschiedliche Prozesse und Bedingungen sowie eine Reihe von
soziotechnischen Aspekten aufgeführt. Bedarf und Potential werden vor allem
im Versorgungsnetz deutlich:
– Entlassbriefe nach einer Klinikbehandlung waren nur in 15% der
Nachbehandlungsbesuche [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref8">9</xref>
        ] und 27% der Fälle [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref9">10</xref>
        ] verfügbar. Bei Vorliegen wurde
ein signifikant niedrigeres Rehospitalisierungsrisiko festgestellt. [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref8">9</xref>
        ]
– In 26% der Entlassbriefe fehlten wichtige Informationen [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10">11</xref>
        ], 36% waren
nach [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref9">10</xref>
        ] nicht korrekt.
– Die Mehrheit der entlassenen Patienten haben noch offene medizinische
Probleme. 49% erlebten dabei Kontinuitätsprobleme, die zum Teil zu einem
erhöhten Rehospitalisierungsrisiko führten. [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref11">12</xref>
        ]
      </p>
      <p>Die Ergebnisse der Arztinterviews korrelieren stark mit der Literatur. Als
Hauptprobleme werden ein unzureichender Informationsfluss (mangelhafte oder
nicht verfügbare Daten, fehlende Vorbereitung, schwierige Kontaktaufnahme)
zwischen Klinik und niedergelassenen Ärzten sowie eine schlechte Koordination
(vor allem zwischen Institutionen, führt zu langen Wartezeiten und hohen
Latenzen) genannt. Darauf aufbauend formulierten die Befragten Ihre
Anforderungen an eine IT-Unterstützung. Elementar sind die elektronische Erstellung und
Übermittlung von Arztbriefen und Befunden bzw. die Verfügbarkeit von
Patientendaten (z. B. elektronische Patientenakte). Weiter hilfreich wären elektronisch
unterstützte Auftragserstellung, Terminplanung, Pfade,
Disease-ManagementProgramme und der Zugriff auf Fachwissen.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Funktionale Aspekte</title>
      <p>Aufgrund der hohen Dynamik in der Medizin kann die Liste der Anforderungen
nicht vollständig und allgemeingültig sein. Daraus erwachsen aber gerade die im
Hinblick auf die Systemarchitektur zentralen Anforderungen
Integrationsfähigkeit, Anpassbarkeit und Erweiterbarkeit. Letztere kann über die Kapselung von
Funktionalität in Komponenten erreicht werden. Zur Beschränkung des
Entwicklungsaufwands sind möglichst generische Komponenten sinnvoll, was eine
Schichtenarchitektur aus domänenspezifischen und -unspezifischen
Komponenten motiviert.</p>
      <p>Zur Identifikation und Dokumentation der Dienste wurden von den
Anforderungen ausgehend mit einer Anwendungsfallanalyse typische
Kommunikationsmuster identifiziert. Diese enthalten eine strukturierte Beschreibung des
Anwendungskontextes ergänzt um ein UML-Aktivitätsdiagramm. Das
Abstraktionsniveau ist so gewählt, dass eine hohe Allgemeingültigkeit erreicht wird.</p>
      <p>
        Die Komplexität und Änderungshäufigkeit von Prozessen in
Versorgungsnetzen erfordert einfach konfigurierbare Systeme. Zur Spezifikation von
Prozessen ist vor allem Wissen der Anwendungsdomäne notwendig, was eine enge
Zusammenarbeit zwischen Experten aus Medizin und Informatik in den
Entwicklungsprozessen erfordert [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref12">13</xref>
        ]. Dafür bieten sich graphische Prozessmodelle
mit hoher Verständlichkeit und guter Kommunizierbarkeit an. Über ein
entsprechendes Modellierungswerkzeug können die eingeführten
Kommunikationsmuster an die konkreten Projektbedingungen angepasst und notwendige
Informationen ergänzt werden. Das verwendete Modellierungswerkzeug verfolgt dabei
einen aspektorientierten Modellierungsansatz, der ursprünglich für
WorkflowManagementsysteme konzipiert wurde. Mittels des aspektorientieren Ansatzes
[
        <xref ref-type="bibr" rid="ref13">14</xref>
        ] können wir flexibel die Datenlogistik in Versorgungsnetzen modellieren und
anschließend zur Ausführung in einem XML-Format exportieren und zur
Konfiguration unserer Architektur verwenden. Als Basis hierzu dient ein
Prozessmetamodell in XML-Schema.
4
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Integration</title>
      <p>
        Neben den Anwendungsanforderungen muss ein Informationssystem im
Versorgungsnetz eine umfassende Integration der vorliegenden heterogenen
Systemlandschaft ermöglichen. Dabei sind vor allem Dateninkompatibilitäten auf
verschiedenen inhaltlichen Ebenen (vgl. [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref14">15</xref>
        ]) zu behandeln, die entsprechende
Konzepte erfordern.
4.1
      </p>
      <sec id="sec-5-1">
        <title>Datenintegration</title>
        <p>Syntaktische Kompatibilität Daten können auf verschiedene Weise
repräsentiert werden. Dafür wird eine syntaktische Transformation nötig. Die
Verwendung von XML würde hier mit seinen vielseitigen Erweiterungen
(wie XMLSchema, XSLT) mächtige Instrumente für Datenmanagement und
-konvertierung zur Verfügung stellen, ohne dass dadurch die
Austauschbarkeit oder Plattformunabhängigkeit eingeschränkt würden.</p>
        <p>
          Ontologische Kompatibilität Semantische Heterogenität auf Typebene ist
bereits in den Anwendungen angelegt, z. B. durch das verwendete
Datenbankschema. Eine nachträgliche Anpassung inkompatibler
Datenbankschemata ist ein schwieriges Integrationsproblem und oft ohne Eingriffe in die
Datenbankschemata nicht lösbar [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref15 ref16">16, 17</xref>
          ]. Diese Inkompatibilität kann nur durch
Einigung auf gemeinsame Ontologien beseitigt werden, allerdings existieren
bereits viele inkompatible Standards. In Kliniken ist das nachrichtenbasierte
HL7, das die Semantik der auszutauschenden Daten definiert, der
De-FactoStandard, wodurch die Integration zum Teil vereinfacht wird. Aber auch hier
existieren Inkompatibilitäten durch unvollständige Implementierungen oder
unterschiedliche Interpretationen verschiedener Hersteller. Für eine
Verknüpfung von HL7 mit dem in Praxen üblichen xDT müssten diese aufeinander
abgebildet werden, was wieder dem Mapping verschiedener
Datenbankschemata entspricht und wiederum die Problematik unvereinbarer Konzepte mit
sich bringt.
        </p>
        <p>
          Terminologische Kompatibilität Während semantische Datenkompatibilität
auf Typebene der Kompatibilität von Datenbankschemata entspricht,
korrespondiert semantische Kompatibilität auf Instanzebene mit den
Datenbankinhalten [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref17">18</xref>
          ]. Beides tritt auf, die Instanzebene ist jedoch im Grundsatz
weniger problematisch. Terminologische Inkompatibilität tritt zur Laufzeit
auf, indem Daten unterschiedlicher Semantik in Systeme eingegeben
werden. Dies wird typischerweise durch die Verwendung von standardisierten
Terminologiekatalogen vermieden, wobei Medical Entity Dictionaries oder
Terminologiedienste zur Vermittlung dienen. Die Übersetzung ist eine
typische Aufgabe für ETL-Werkzeuge, aber auch Thesauri wie UMLS (Universal
Medical Language System) kommen zum Einsatz. Wir planen
entsprechende Komponenten auch in unserer Architektur für ein Informationssystem im
Versorgungsnetz.
4.2
        </p>
      </sec>
      <sec id="sec-5-2">
        <title>Gestaffelte Integration</title>
        <p>
          Ein Qualitätsmerkmal für ein Informationssystem im Versorgungsnetz ist die
Möglichkeit für unterschiedliche Teilnehmer, sich einfach an dieses System
anzubinden. Das Vorschreiben einer bestimmten Ontologie wäre daher sehr
problematisch. Deshalb werden Kompromisslösungen benötigt, die es erlauben, auch
inkompatible Systeme anzubinden. Unser Konzept sieht vor, semantische
Kompatibilität auf verschiedenen, differenzierten Abstraktionsstufen zu betrachten.
CDA [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref18">19</xref>
          ] unterstützt dies durch ihre dreistufige, hierarchische
Dokumententypspezifikation. Stufe 1 spezifiziert dabei lediglich die Kontextdaten, lässt den
Inhalt aber beliebig. Stufe 2 spezifiziert den Dokumenteninhalt auf einem hohen
Abstraktionsgrad, indem beispielsweise bestimmte Abschnitte vorgegeben
werden. Stufe 3 schließlich spezifiziert detailliert den Inhalt. Damit können
CDADaten auch bei unbekannten Ontologien behandelt werden, auch wenn sie dann
nur uninterpretiert verarbeitet oder angezeigt werden.
4.3
        </p>
      </sec>
      <sec id="sec-5-3">
        <title>Verknüpfung von Daten</title>
        <p>Es bleibt in jedem Fall erforderlich, sich auf eine gewisse Minimalmenge an
Kontextdaten zu einigen, um Daten wie klinische Dokumente sicher
miteinander verbinden zu können. Dafür sind zentrale Referenzierungsstrukturen wie ein
Master Patient Index nötig. Dieser ermöglicht es, die im System enthaltenen
Patientendaten zu einer gemeinsamen Patientenakte zusammenzufügen. Die Daten
können dabei zentral oder verteilt vorgehalten werden, für den Betrachter stellen
sie sich jedoch als (virtuell-)zentrale Patientenakte dar.
5</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Zusammenfassung</title>
      <p>Die zunehmende Veränderung des Gesundheitssystems hin zu
Behandlungsprozessen in Versorgungsnetzen erfordert geeignete, prozessunterstützende
Informationssysteme, die einen erheblichen Einfluss auf die Prozessqualität nehmen
können. Eine innerhalb des hier dargestellten Forschungsprojekts
durchgeführte Analyse der Anwendungsanforderungen ergab Erweiterbarkeit, Anpassbarkeit
und Integration als zentrale Themen. Hierfür wird eine Komponentenarchitektur
mit generischen Diensten entwickelt, die die einfache Änderung und Ergänzung
von Komponenten erlauben soll. Für die Datenintegration existieren Lösungen
wie Syntaxkonverter und Terminologievermittlungsdienste. Problematisch ist
jedoch die semantische Kompatibilität der Typebene, die sich nicht automatisiert
handhaben lässt und oft Eingriffe in zugrunde liegende Modelle erfordert. Um
eine einfache Fremdsystemintegration zu ermöglichen, müssen auch Systeme
unbekannter Ontologien einfach eingebunden werden können. Die CDA geht mit
ihrem mehrstufigen Abstraktionskonzept einen Schritt in diese Richtung. In
unserem Projekt wird gegenwärtig geprüft, wie sich dies im Rahmen einer
komponentenbasierten, erweiterbaren Systemarchitektur einbeziehen lässt, so dass
die semantische Kompatibilität schrittweise ausgebaut werden kann. Dabei wird
insbesondere auch geprüft, inwiefern verfügbare Gesundheitsplattformen als
Basis einer solchen Architektur verwendet werden können. Erste Analysen zeigen,
dass viele existierende Plattformen sich nicht oder nur bedingt für den Einsatz im
Rahmen einer Schichtenarchitektur eignen, weil sie bereits mit einer Festlegung
auf eine spezifische, wenig generische Ontologie verbunden sind.</p>
      <p>Das Forschungsprojekt „Grundlagen prozessorientierter Informationssysteme
im Krankenhaus und im Versorgungsnetz“ wird unterstützt von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG).</p>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>Literatur</title>
      <p>1. Kuhn, K.A., Giuse, D.A.: From hospital information systems to health information
systems. Problems, challenges, perspectives. Methods Inf Med 40 (2001) 275–287</p>
    </sec>
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