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      <title-group>
        <article-title>Drei Feedback-Zyklen in der Soft- ware Engineering-Ausbildung durch erweitertes Just-in-Time-Teaching</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Georg Hagel</string-name>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Jürgen Mottok</string-name>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Martina Müller-Amthor</string-name>
        </contrib>
      </contrib-group>
      <fpage>17</fpage>
      <lpage>26</lpage>
      <abstract>
        <p>Das Konzept des Just-in-Time-Teachings existiert seit Ende des 20. Jahrhunderts (Novak, 1998) und wird weltweit in vielen Bereichen erfolgreich praktiziert. Allerdings noch nicht im Bereich Software Engineering. Es basiert auf großen SelbststudiumsAnteilen für die Studierenden und zwei FeedbackZyklen, durch die die Lehrenden zeitnah, eben „Just-in-Time“ auf Probleme der Studierenden eingehen können. Wir setzten diese Lehr- und Lerntechnik erstmals in unseren Software Engineering-Kursen für Master- und Bachelorstudiengänge ein und schildern unsere Erfahrungen mit dieser Technik. Außerdem erweitern wir sie durch einen weiteren Feedback-Zyklus, den wir im Bereich Software Engineering für unabdingbar halten. Die klassische Vorlesung, in der die Lehrenden versuchen die Lehrinhalte durch Vorlesen eines Manuskripts den Studierenden zu vermitteln, gehört, zumindest in der Informatik-Ausbildung, glücklicherweise längst der Vergangenheit an. Aber auch beim heute üblichen Vortrag mit PowerpointUnterstützung stellen wir fest, dass mit der Übermittlung des Lernstoffes auf diese Weise nicht das gewünschte Maß des Lernens desselben stattfindet. Den Lehrenden stehen mit den konstruktivistischen Methodenbaukästen „Methodenpool“ (Reich, 2008) und der „Methodensammlung“ (Macke, 2009) Ideenquellen zur Ausgestaltung eines aktivierenden Lernprozesses zur Verfügung. Erste positive Versuche im Einsatz dieser Methoden findet man beispielsweise in (Mottok, 2009, 2010, 2012 und Hagel, 2010). Ein weiterer aktivierender Ansatz, der die klassische und auch die heute häufige Vorlesung quasi auf den Kopf stellt, ist das Just-in-Time-Teaching. Es wird seit Ende des vergangenen Jahrtausends in wechselnden Disziplinen mit Erfolg eingesetzt (Bailey et. al., 2005, Henderson et. al. 2006, Nowak et.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Zusammenfassung</title>
      <p>
        al. 1998, 1999,
        <xref ref-type="bibr" rid="ref29">Simkins, 2010</xref>
        ). Allerdings finden
sich die dort veröffentlichten Einsätze in den
Disziplinen Physik, Biologie und Chemie. Im Bereich
der Informatik findet sich nur ein
Erfahrungsbericht für die Grundlagenausbildung
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">(Bailey et. al.,
2005)</xref>
        und einer für Theoretische Informatik
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">(Fleischer, 2004)</xref>
        , jedoch nicht für Vorlesungen im
Bereich Software Engineering. Das
Just-in-TimeTeaching wird in
        <xref ref-type="bibr" rid="ref24">(Prince et. al.,2007)</xref>
        zu den
induktiven Lehr- und Lernmethoden gezählt.
      </p>
      <p>
        Durch die Veranstaltung „Forum der Lehre
2012“ inspiriert, bei dem das Just-in-Time-Teaching
(JiTT) vorgestellt wurde
        <xref ref-type="bibr" rid="ref26">(Riegler 2012)</xref>
        , haben wir
uns vorgenommen, diese aktivierende
Lehrmethode auch in unseren Software
Engineering-Veranstaltungen zu erproben.
      </p>
      <p>Nach einer Einführung in die aktivierende
Lehre und das Just-in-Time-Teaching allgemein,
beschreiben wir unsere ersten Erfahrungen mit dieser
aktivierenden Lehrmethode. Da wir in unseren
ersten Versuchen mit dem erhaltenden Feedback
noch nicht zufrieden waren, erweiterten wir die
Methode um einen weiteren Feedback-Zyklus. Wir
beschreiben unsere Erfahrungen mit dem von uns
erweiterten Just-in-Time-Teaching, durchgeführt in
einer gesamten Lehrveranstaltung. Abschließend
wird die andere Herangehensweise an die
Vorbereitung der Veranstaltungen aufgezeigt und
Vorund Nachteile der Methode beschrieben.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Aktivierende Lehre</title>
      <p>
        Aktivierende Lehre ist ein wichtiger Bestandteil,
um nachhaltiges, kompetenzorientiertes Lernen zu
fördern. Aktivierende Lehre und aktives Lernen
hängen unmittelbar zusammen
        <xref ref-type="bibr" rid="ref20 ref6">(Mottok, 2010)</xref>
        .
Lehrende geben Studierenden Raum, mitzudenken
und mitzuarbeiten. Dieses Miteinander lässt sich
sowohl innerhalb als auch außerhalb von
Vorlesungen und Übungen gestalten. Dabei vollzieht
sich ein Perspektivwechsel von der
Inhaltsorientierung in der Lehre hin zur Orientierung an
Lernergebnissen bzw. Kompetenzen der Studierenden.
      </p>
      <p>
        Lernen entspringt aus dem Verrichten der
eigentlichen Arbeit mit Feedback
        <xref ref-type="bibr" rid="ref17">(Maier, 2000)</xref>
        .
Studierende lernen am besten in Kontexten, also
situativ. Isoliert Gelerntes ist schwer erinnerbar und
schnell entschwunden. Wenn Aktivität von Beginn
an in den Lernprozess integriert wird, dann steigt
die Wahrscheinlichkeit für gelingendes Lernen im
Sinne einer Initiierung neuer Handlungsweisen
        <xref ref-type="bibr" rid="ref34">(Stelzer-Rothe, 2008)</xref>
        .
      </p>
      <p>
        Entdeckung und Motivation spielen eine große
Rolle bei aktivierender Lehre. Die Studierenden
entdecken ihre eigenen Fähigkeiten und
Möglichkeiten, Probleme zu lösen. Es entsteht
Handlungskompetenz bei den Studierenden. Diese zeigt sich
in der Fähigkeit, Lerninhalte sowohl in
Routinesituationen als auch in neuen, nie zuvor erlebten und
durchdachten Situationen zielorientiert zu erfassen
        <xref ref-type="bibr" rid="ref18">(Meyer, 2009)</xref>
        .
      </p>
      <p>Auch die Lehrenden werden motiviert durch
die mobilisierten studentischen Kreativitäts-,
Leistungs- und Begeisterungspotenziale.</p>
      <p>Der Vorteil aktivierender Lehre ist die aktive
Wissenskonstruktion durch die eigene Erfahrung
der Lernenden. Dies ist dem klassischen rezeptiven
Lernen überlegen.</p>
      <p>Aktivierendes Lernen als selbstorganisiertes
Lernen soll die Studierenden zu einem höheren
Grad an Selbstbestimmung und Selbstorganisation
verhelfen. Damit wird aber auch die Übernahme
höherer Verantwortung für die individuellen
Lernprozesse impliziert (Faulstich, 2012) und die
Grundlage für Prozesse des lebenslangen Lernens
geschaffen.</p>
      <p>Der im Folgenden vorgestellte didaktische
Ansatz Just-in-Time-Teaching in Software Engineering
trägt die dargestellten Aspekte aktivierender Lehre.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Just-in-Time-Teaching</title>
      <p>Oben behaupteten wir, dass durch das
Just-inTime-Teaching die Lehrveranstaltung auf den Kopf
gestellt wird. Wie kommen wir dazu? Beim
Just-inTime-Teaching wird die Aufgabe des Lesens der
Lehrinhalte nicht mehr durch die Lehrenden
vorgenommen (=“Vorlesung“), sondern an die
Studierenden übergeben. Die Erstvermittlung des Stoffes
wird damit an die Studierenden übertragen.</p>
      <sec id="sec-3-1">
        <title>Selbststudium und Aufgaben</title>
        <p>Die Lehrenden geben den Studierenden zunächst
einen oder mehrere Texte, die zu den Lernzielen
der nächsten Lehrveranstaltung passen, zum
Selbststudium. Die Aktivierung der Studierenden
geschieht durch zusätzlich erstellte webbasierte
Aufgaben, die von den Studierenden bis etwa einen
Tag vor der Lehrveranstaltung online zu bearbeiten
sind. Bei den Aufgaben handelt es sich um
allgemeine Verständnisfragen, aber auch inhaltliche
Fragen, so dass die Lehrenden merken, ob die
Studierenden die Texte tatsächlich gelesen und die
entsprechenden Fach-Kompetenzen erworben
haben. Die Studierenden können sich die Zeit für die
Erarbeitung des Stoffes und die Bearbeitung der
Aufgaben frei einteilen. Sie können die Zeiten so
wählen, dass sie den Stoff am besten aufnehmen
können.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-3-2">
        <title>Erstes Feedback der Studierenden</title>
        <p>Die Lehrenden erhalten durch die Beantwortung
der Aufgaben ein Feedback über die Punkte des
Stoffes, die die Studierenden verstanden haben,
aber auch über die Themen, die den Studierenden
noch Schwierigkeiten bereiten. Die Lehrenden
schauen sich die Lösungen der Aufgaben kurz vor
der Lehrveranstaltung an und können so
„Just-inTime“ die Inhalte der Lehrveranstaltung dem
Kenntnisstand der Studierenden anpassen. Damit
lehren wir nicht mehr, was wir meinen, lehren zu
müssen, sondern unsere Studierenden teilen uns
mit, wo sie Lehre benötigen.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-3-3">
        <title>Lehrveranstaltung</title>
        <p>In der Lehrveranstaltung gehen die Lehrenden auf
die Fragen und Probleme der Studierenden ein.
Dabei können Sie die Antworten der Studierenden
verwenden, so dass diese sich direkt angesprochen
und in ihren Problemen ernst genommen fühlen.
Weitere Vorteile, Antworten der Studierenden
direkt zu verwenden findet man in (Rieger, 2012).</p>
        <p>Meist kommen Diskussionen über die Inhalte
zustande. Dadurch werden die Studierenden aktiv
in die Erarbeitung der Lösungen eingebunden.
„Die Lehrveranstaltung dient so nicht mehr primär
der Übermittlung des Stoffes, sondern dazu,
Studierende bei der Bewältigung ihrer konkreten
Schwierigkeiten mit dem Stoff zu unterstützen“
(Rieger, 2012).</p>
      </sec>
      <sec id="sec-3-4">
        <title>Zweites Feedback der Studierenden</title>
        <p>
          In der Vorbereitung der Lehrveranstaltung bereiten
die Lehrenden neben Antworten auf die Fragen der
Studierenden zusätzlich „Just-in-Time“ Aufgaben
für die Lehrveranstaltung vor, die dort per Klicker
oder automatischen Antwortsystemen von den
Studierenden beantwortet werden. Hier ist es
sinnvoll, ein automatisches Antwortsystem zu
verwenden, um allen Studierenden eine individuelle, nicht
durch andere Studierende beeinflusste Antwort zu
ermöglichen. Dabei können nach einer ersten
Abstimmrunde zunächst mittels Peer-Instruction
          <xref ref-type="bibr" rid="ref16">(Mazur, 1997, Simon et. al., 2000)</xref>
          die Studierenden über
ihre abgegebenen Antworten und die Gründe
dafür diskutieren und sind damit in den
LehrLernprozess eingebunden. Nach der Diskussion
kann eine erneute Abstimmung stattfinden, die
meist wesentlich mehr korrekte Antworten
aufweist. Durch dieses direkte Feedback erkennen die
Lehrenden, ob die Studierenden die Konzepte
ausreichend verinnerlicht haben. Falls nicht kann,
wiederum Just-in-Time, darauf eingegangen
werden. Der positive Effekt auf das Lernen durch den
Einsatz von automatischen Antwortsystemen in
den Lehrveranstaltungen kann beispielsweise in
          <xref ref-type="bibr" rid="ref11">(Knight et al, 2005)</xref>
          nachgelesen werden.
        </p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Erste Erfahrungen mit dem Just-in</title>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Time-Teaching</title>
      <p>
        Wie berichtet durch das „Forum der Lehre“
inspiriert und im Rahmen des Projektes EVELIN zur
systematischen Verbesserung des Lernens von
Software Engineering
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">(Abke et. al 2012)</xref>
        haben sich
die Verantwortlichen für die Software
EngineeringAusbildung der Hochschulen in Kempten und
Regensburg zum Ziel gesetzt, das
Just-in-TimeTeaching in die Lehre einzuführen. Dazu wählten
wir zunächst gewünschte Lernziele aus, die die
Studierenden im Rahmen der Veranstaltung
erreichen sollten:
      </p>
      <p>Die Studierenden sollen in der Lage sein, die
Strukturierte Testfallermittlung durch
Grenzwertbetrachtung zu verstehen und anzuwenden.</p>
      <p>
        Dazu erhielten die Studierenden zunächst die
Aufgabe, die entsprechenden Kapitel aus den
Büchern von Liggesmeyer
        <xref ref-type="bibr" rid="ref13">(Liggesmeyer, 2002)</xref>
        und
Spillner
        <xref ref-type="bibr" rid="ref33">(Spillner, 2010)</xref>
        zu studieren. Außerdem
wurden die in Abbildung 1 gezeigten allgemeinen
Fragen zum Verständnis gestellt.
      </p>
      <p>Die freiwillige Beantwortung der Fragen ergab
erwartungsgemäß einen Rücklauf von weniger als
50% bei den Studierenden. Dabei tauchte eine
Frage häufig auf:
 „Wie bestimme ich den Repräsentanten, kann
ich mir den selber ausdenken oder gibt es da
irgendwelche Vorschriften, wie ich auf den
komme?“
Darauf konnten wir in der Lehrveranstaltung
ausführlich eingehen. Auch die Frage:
 „Gibt es auch einen sog. White-Box-Test?“
leitete am Ende der Lehrveranstaltung sinnvoll auf
das nächste Themengebiet über.</p>
      <p>Außer den in Abbildung 1 gezeigten Fragen,
wurde ein online zu bearbeitendes Beispiel zur
strukturierten Testfallermittlung erstellt. In der
Vorbereitung der Lehrveranstaltung war die
Durchsicht der Antworten zu diesem Beispiel sehr
aufwendig, da die verwendete Lehr- und
Lernplattform Moodle keine Hilfsmittel anbot, um die
Antworten automatisch zu beurteilen. Allerdings
konnte durch die Sichtung der Antworten erkannt
werden, wo die Studierenden in der Anwendung
der strukturierten Testfallermittlung noch
Schwierigkeiten hatten.</p>
      <p>Die Lehrveranstaltung zur strukturierten
Testfallermittlung lief dann vollkommen anders ab, als
gewohnt: Zunächst wurde auf die Schwierigkeiten
der Studierenden und deren Fragen genau
eingegangen. Dann wurde ein weiteres Beispiel
gemeinsam in der Lehrveranstaltung erarbeitet.</p>
      <p>Das Feedback der Studierenden war in der
Mehrzahl positiv. Auch in der Abschlussklausur
wurde das Thema überwiegend sehr gut bearbeitet.
Daher beschlossen die Lehrenden, das
Just-inTime-Teaching weiter auszubauen.</p>
      <sec id="sec-5-1">
        <title>Was haben wir aus der Testphase gelernt:</title>
        <p></p>
        <p>Die Beantwortung der Fragen muss motiviert
werden.
 Die Vorbereitung auf die Lehrveranstaltung
war sehr aufwendig.
 In der Lehrveranstaltung gab es ausgiebige
Diskussionen zu dem dort behandelten
Beispiel.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-5-2">
        <title>Abb. 1: Allgemeine Verständnisfragen In Kempten haben wir weiterhin versucht, innerhalb der Vorlesung Softwarearchitektur für den Master-Studiengang „Angewandte Informatik“</title>
        <p>
          einen „Reading-First“-Ansatz zu wählen. Die
Studierenden bekamen einen aktuellen Artikel zur
Softwarearchitektur über das Thema Messaging
und idempotente Nachrichten, den sie bis zur
nächsten Lehrveranstaltung lesen sollten
          <xref ref-type="bibr" rid="ref7">(Helland,
2012)</xref>
          . Ziel war es, dass die Studierenden das
Thema idempotente Nachrichten und ihren Einsatz in
der Softwarearchitektur verstehen sollten. In der
Lehrveranstaltung haben wir diesen Text
ausführlich besprochen und diskutiert. Dadurch, dass die
Studierenden jedoch keine Fragen zur
onlineBeantwortung bekamen, hatte der Lehrende keinen
Einblick, wie viel tatsächlich vom Thema
verstanden wurde. Durch die lebhafte Diskussion entstand
der Eindruck, dass das Thema beherrscht würde.
Die Klausur am Ende des Semesters zeigte jedoch,
dass lediglich 10% (!) der Studierende noch die
Kernaussagen kannten. Daraus schließen wir, dass
die online zu beantwortenden Fragen und die
Justin-Time Lehrveranstaltung im
Just-in-TimeTeaching die zentrale Rolle spielen.
        </p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Eine ganze Lehrveranstaltung durch</title>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>Just-in Time Teaching</title>
      <p>

Um das Just-in-Time-Teaching einmal in einer
gesamten Lehrveranstaltung anzuwenden, wählte
man in Kempten die Lehrveranstaltung
„Requirements Engineering und –Management“ im
MasterStudiengang „Angewandte Informatik“, die sich
um ein Spezialgebiet des Software Engineerings
dreht. Die Veranstaltung wurde durchgehend von
15 Studierenden besucht.</p>
      <p>
        Die Lehrenden überlegten sich von Woche zu
Woche, welcher Teil des Lehrbuches, dem
Standardwerk von Chris Rupp und den SOPHISTen
        <xref ref-type="bibr" rid="ref27">(Rupp, 2009)</xref>
        , bearbeitet werden sollte. Dazu
erhielten die Studierenden jede Woche die folgenden
drei Standardfragen
        <xref ref-type="bibr" rid="ref26">(Riegler, 2012)</xref>
        über die
Lehrund Lernplattform Moodle:

„Was fanden Sie schwierig, oder haben Sie
nicht verstanden? Es mag sein, dass Sie hier
nichts angeben können. Dann antworten Sie
bitte mit ‚nichts‘.“
„Beschreiben Sie, was Sie am interessantesten
oder gewinnbringend fanden.“
„Welche Anknüpfungspunkte sehen Sie
zwischen diesem Stoff und dem, was Sie bereits
wissen?“
Bei der Beantwortung der ersten Frage kam immer
seltener „nichts“, je weiter die Lehrveranstaltung
fortschritt. Die Fragen der Studierenden waren oft
sehr detailliert, so dass wir erkannten, dass sich die
Studierenden mit dem Stoff intensiv auseinander
gesetzt haben. Beim Kapitel über die Abgrenzung
des zu erstellenden Systems kamen z.B. folgende
Fragen:
 „Ich verstehe nicht, wie tief man den
Systemkontext spezifizieren muss. Was gehört alles
dazu?“
Darauf konnte in der folgenden Lehrveranstaltung
eingegangen werden. Die dritte Frage (über die
Anknüpfungspunkte) zeigte, ob die Studierenden
die Sachverhalte des Textes in ihr bisheriges
Studium, oder bisherige Erfahrungen einordnen
konnten. Damit hingen die gelernten Themen nicht
einfach in der Luft, sondern wurden mit schon
Gelerntem verknüpft.
      </p>
      <p>Zu den jedes Mal vorhandenen, oben
vorgestellten, allgemeinen Fragen kamen spezielle
Fragen in der Lehr- und Lernplattform Moodle hinzu,
die einfache Sachverhalte abfragten, um zu
erkennen, ob die Studierenden den Text überhaupt
durchgearbeitet haben. Außerdem sollte das
Gelesene an Hand eines Beispiels angewendet werden.
Wir verwendeten ein fiktives Projekt
„Bewerbermanagementportal für Hochschulen“ für das
Management von Bewerbern, die bei der Hochschule
arbeiten wollen (Berufungsverfahren für
Professoren, Einstellung von Labor- und wissenschaftlichen
Mitarbeitern, Mitarbeitern in der Verwaltung und
Hiwis). Bei der Beantwortung der Fragen ging es
nicht nur um Fachwissen, sondern auch um
praktische Anwendung des Gelernten. Insgesamt
mussten bei jeder Fragerunde 10 Fragen beantwortet
werden. Die Studierenden hatten meist 5 Tage Zeit,
sich das Thema anzueignen und die Fragen zu
beantworten. Einige Studierende bearbeiteten den
Stoff gemeinsam und diskutierten über die Inhalte,
andere wählten das Selbststudium alleine. Für die
Bearbeitung der Aufgaben wurde grundsätzlich ein
Stichtag festgesetzt, so dass sichergestellt war, dass
alle Antworten kurz vor der Vorlesung vorlagen.
Dies war in der Regel etwa 1 Tag vor der
Vorlesung. Die Fragen wurden seitens der Studierenden
zu einem sehr großen Prozentsatz beantwortet. Das
lag daran, dass wir entgegen den letzten Versuchen
mit der Methode einen Prozentsatz beantworteter
Fragen als Prüfungsvorleistung erbringen ließen.
Die Antworten waren meist 2-10 Zeilen lang. Für
manche Fragen mussten auch Diagramme erstellt
werden, die in Dateiform abgegeben wurden.</p>
      <sec id="sec-7-1">
        <title>Erstes Feedback</title>
        <p>Die Lehrenden sichteten die Antworten und
erkannten an Hand der Antworten Schwächen der
Studierenden. Dieser Teil des
Just-in-TimeTeachings war stets sehr aufwändig (4-10 Stunden,
manchmal auch mehr), da die Antworten
größtenteils nicht automatisch ausgewertet werden
konnten. Allerdings bereitete es viel Freude, die nächste
Lehrveranstaltung „kundengerecht“, also
„studierendengerecht“ zu gestalten. Hierbei handelte es
sich um die erste Feedback-Schleife, in der die
Lehrenden die Probleme der Studierenden mit dem
Stoff erkennen konnten. Für die Gestaltung der
nächsten Lehreinheit wurden teils
Präsentationsfolien erstellt, die Sachverhalte klar stellen sollten,
teils aber auch Folien mit anonymen Zitaten der
Studierenden, die dann in der Vorlesung diskutiert
wurden. Auch weitere Beispiele wurden
hinzugefügt.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-7-2">
        <title>Zweites Feedback</title>
        <p>Parallel dazu überlegten sich die Lehrenden
Aufgaben für die Lehrveranstaltung, die mit Hilfe eines
automatischen Antwortsystems (siehe Abb. 2) von
den Studierenden beantwortet wurden. Der Einsatz
dieses Mediums hat den Vorteil, dass die
Studierenden, wie oben besprochen, individuell die
Fragen beantworten können.</p>
        <p>Außerdem hatten die Studierenden viel Spielfreude
dabei, was zu einem lockeren Lernklima beitrug.
Unser Angebot, die Fragen anonym zu
beantworten, wurde bei den Masterstudierenden abgelehnt.
Sie hatten Freude am Wettbewerb. Da sich die
Studierenden geeinigt hatten, dass wir nach jedem
Test die Prozentzahl der richtig beantworteten
Fragen gemeinsam anschauen, war die Motivation
hoch, sich bei der Beantwortung der Fragen
anzustrengen. Die aktive Beteiligung der Studierenden
war immens und es bedurfte keiner Maßnahme, die
Beantwortung der Fragen zu benoten.</p>
        <sec id="sec-7-2-1">
          <title>Abb. 2: Automatisches Antwortsystem</title>
          <p>(SMART)
In der Lehrveranstaltung, die somit Just-in-Time
vorbereitet wurde, wurden zunächst die Probleme
der Studierenden mit dem Stoff behandelt und
danach die erneute Fragerunde mit den Klickern
durchgeführt. Hierbei erhielten die Lehrenden das
zweite Feedback über den Wissensstand der
Studierenden. Danach konnten noch offene Fragen
diskutiert, oder weitere Beispiele behandelt
werden.</p>
          <p>Mit diesen beiden Feedbacks waren die
Feedback-Zyklen des reinen Just-in-Time-Teachings
erschöpft.</p>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-7-3">
        <title>Drittes Feedback</title>
        <p>
          Die Lehrenden wollten darüber hinaus einen
passenden Umgebungsrahmen zur Verbesserung
weiterer Lernprozesse im Bereich der personalen,
sozialen Kompetenzen sowie der Aktivitäts- und
Handlungskompetenz schaffen
          <xref ref-type="bibr" rid="ref10">(Heyse 2009)</xref>
          . Dazu
wurde eine Vertreterin einer realen
Unternehmensorganisation als „Kundin“ eingeladen. Wichtige
Persönlichkeitseigenschaften der Kundin waren
selbstbewusstes und sicheres Auftreten, Offenheit
und Bereitschaft zum Praxisdialog,
Entscheidungsund Schlagfertigkeit. Da in der Zusammenarbeit
mit den Studierenden Feedback erwartet wurde,
waren Kommunikations- und
Kooperationsfähigkeit weitere Rahmenparameter. Die gemeinsame
Bearbeitung des Projekts
„Bewerbermanagementportal“ fand in der Übungsstunde statt. Die
Studierenden mussten also zusätzlich zum Selbststudium
und zur Just-in-Time-Teaching-Fragerunde keine
weiteren Übungsaufgaben bearbeiten. Damit blieb
der Aufwand für die Lehrveranstaltung für die
Studierenden in einer vergleichbaren
Größenordnung wie bei der klassischen Vorlesung mit
Übungen.
        </p>
        <p>Die Kundin hat den Studierenden in typischer
Kundenpraxis die Anforderungen für das
Bewerbermanagementsystem vorgetragen. Die
LehrLerngemeinschaft versuchte gemeinsam mit Hilfe
der verschiedenen erlernten Requirements
Engineering-Techniken, die Anforderungen des
Kundensystems zu erheben. Dabei erkannten die
Studierenden von Woche zu Woche, wie sie tiefer und
tiefer ins Requirements Engineering eintauchten
und die gefundenen, sowie dokumentierten
Anforderungen immer genauer und aussagekräftiger
wurden.</p>
        <p>Für die Lehrenden ergab sich so sehr schön eine
dritte Feedback-Schleife, da wir sahen, wie die
Studierenden im Liveprojekt das Gelernte angewendet
haben und Dialogfähigkeit sowie
Kundenorientierung sichtbar wurde.</p>
        <p>
          Alle drei Feedback-Zyklen gingen in die
Vorbereitung der Lehrveranstaltung der kommenden
Woche wieder ein. In dieser Reflexion des
„Kundentermins“ fand sowohl der Austausch über
kreative, beobachtende und befragende Techniken des
Requirements Engineering
          <xref ref-type="bibr" rid="ref27">(Rupp 2009)</xref>
          statt, als
auch eine für die Studierenden überraschende und
rege Auseinandersetzung über
Kommunikationsstil und Konfliktmanagement sowie über
strategische Vertragsverhandlung. Eine Skizze der Schritte
unseres Vorgehens haben wir in Abb. 3 dargestellt.
        </p>
        <p>Lehrende</p>
        <p>Studierende
Vorbereitung des Materials zum</p>
        <p>Selbststudium
Vorbereitung der Aufgaben zum</p>
        <p>Vor- und Nachbereiten</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-8">
      <title>Umdenken in der Vorbereitung</title>
      <p>
        Für uns als Lehrende bedeutete diese Methode ein
radikales Umdenken in der Vorbereitung der
Lehrveranstaltungen
        <xref ref-type="bibr" rid="ref9">(Hesse 2000)</xref>
        . Während man früher
seine Folien, oder andere Materialien schon
frühzeitig fertigstellen konnte und in der direkten
Vorbereitung kurz vor der Lehrveranstaltung
nochmals darüber schauen musste, was in sehr kurzer
Zeit erledigt ist, fordert diese Art der Veranstaltung
mehr Flexibilität und einen hohen Aufwand in der
Vorbereitung jeder Lehrveranstaltung, der nicht im
Voraus erbracht werden kann
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">(vgl. hierzu auch
Fleischer, 2004)</xref>
        . Durch die Interaktion mit den
Studierenden und das direkte Anpassen der
Lehrinhalte an deren Vorwissen kann eine Vorbereitung
erst in letzter Minute, „Just-in-Time“ eben,
erfolgen. Gerade bei Lehrveranstaltungen mit 50
Studierenden und mehr ist der Ansatz ohne eine
automatische Auswertung der Fragen nicht realistisch
„Just-in-Time“ durchführbar. Peter Riegler weist
jedoch in
        <xref ref-type="bibr" rid="ref26">(Riegler 2012)</xref>
        darauf hin, dass die
Antworten bei vielen Studierenden auch mit der
Unterstützung von Hilfslehrenden gesichtet werden
können.
      </p>
      <p>Wird die gleiche Lehrveranstaltung zum
wiederholten Male gehalten, geht der Aufwand jedoch
zurück: Die Fragen für die Studierenden für den
Selbststudiumsanteil können beibehalten werden.
Auch wird man mehr und mehr feststellen, dass
die Studierenden häufig mit den gleichen Inhalten
der Veranstaltung Probleme haben, so dass die
Vorbereitung der Lehrveranstaltung zu einem
erheblichen Anteil identisch ist. Die
„Just-in-Time“Komponente bleibt mit ihrem Aufwand jedoch
erhalten.</p>
      <p>Eine weitere Herausforderung für die
Lehrenden sind die zu erstellenden Fragen für den
onlineTeil, aber auch für die Lehrveranstaltung. Es sollen
ja nicht nur die Kernaussagen der Bücher abgefragt
werden, sondern auch Konzepte verstanden und
Methoden gelernt und angewandt werden.</p>
      <p>Denkbar wäre auch eine echte
Firmenpräsentation mit den erarbeiteten Ergebnissen zu planen
und durchzuführen, in den Studierende als
konkurrierende Unternehmensberatungen ihr
Ergebniss des Requirements Engineerings darstellen.
Eine solche Erweiterung sorgt bei den Stakeholdern
einer Hochschule für angewandte Wissenschaften,
die sich auch als Hochschule der Region versteht,
für besondere Profilierung.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-9">
      <title>Fazit</title>
      <p>
        Die Methode des Just-in-Time-Teachings hat uns
aus einer Vielzahl von Gründen motiviert. Unsere
Erfahrungen damit sind durchgängig als positiv zu
bewerten. Erste Versuche mit einzelnen
Lehreinheiten waren für die Einstimmung der Lehrenden auf
diese Methode gut geeignet. Allerdings bemerkten
wir, dass die Studierenden viel mehr bei der Sache
sind, wenn die ganze Lehrveranstaltung nach
diesem Prinzip abgehalten wird. Die Vorteile der
Methode unter Berücksichtigung der dritten
FeedbackSchleife haben wir nach unterschiedlichen
Schwerpunkten angeordnet
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">(teils übereinstimmend mit
Fleischer, 2004)</xref>
        . Unter dem Punkt „Studierende“
haben wir alle Vorteile für die Studierenden
aufgeLehrveranstaltung








      </p>
      <p>Die dritte Feedback-Schleife durch die
Anwendung der gelernten Techniken an einem
größeren, realen Beispiel zeigt, ob die Studierenden
die Techniken auch an einem größeren Beispiel
anwenden können.</p>
      <p>Die Fragerunden in der Lehreinheit motivieren
die Studierenden sich auf den Lehrstoff
vorzubereiten. Sie bieten auch die Möglichkeit älteres
Wissen zu wiederholen.</p>
      <p>Die Studierenden diskutieren Fragestellungen
mit, da sie sich auf die Lehreinheit vorbereitet
haben.</p>
      <p>Die Studierenden werden in den Lehrprozess
durch Peer Instruction eingebunden.</p>
      <p>Die Studierenden machen in der
Lehrveranstaltung einen motivierten und interessierteren
Eindruck.</p>
      <p>Die Studierenden sind gezwungen aus ihrer
reinen Konsumentenhaltung in der
Lehrveranstaltung herauszukommen und aktiv am
Geschehen teilzunehmen.</p>
      <p>Die Atmosphäre im „Hörsaal“ ist
fehlertolerant, d.h. Fragen sind durch die Methode
erlaubt.
führt, unter „Feedback“ alle Vorteile das Feedback
betreffend, unter „Lehrveranstaltung die Vorteile
für unsere Veranstaltungen, wenn wir diese
Methode anwenden und unter „Sonstige“ all
diejenigen Punkte, die nicht in die anderen Kategorien
passen. Dabei sind die Grenzen zwischen den
Punkten fließend:</p>
      <sec id="sec-9-1">
        <title>Studierende</title>
        <p></p>
        <p>Anstatt lediglich auf die Klausuren zu lernen,
lesen die Studierenden regelmäßig im
Lehrbuch.</p>
        <p>Aus der Heterogenität der studentischen
Vorerfahrungen wird das im Selbststudium Gelesene
unterschiedlich verwertet. In der gemeinsamen
Erörterung entwickelt sich diese Vielfalt zu
einem weiteren aktivierenden, sowie belebenden
Element und unterstützt die Motivation der
Mitarbeit.</p>
        <p>Die individuelle Beantwortung der Fragen der
Studierenden durch die Lehrenden kommt
einer individuellen Betreuung der Studierenden
nahe. Die Studierenden erhalten jeweils die
Information, die sie gerade benötigen.</p>
        <p>Die Studierenden erkennen, dass sie nicht
alleine mit ihren Fragen und Problemen zum
Lehrstoff sind.</p>
        <p>Die Studierenden besuchen gerne die
Lehrveranstaltung, weil sie dort ihre persönlichen
Fragen beantwortet bekommen.</p>
        <p>Durch die Erstvermittlung des Lehrstoffes
durch die Studierenden bereiten diese sich auf
den lebenslangen Lernprozess vor.</p>
        <p>Die Studierenden können die Zeit des
Selbststudiums auf Zeiten legen, an denen sie am
aufnahmefähigsten sind.</p>
        <p>Die Studierenden üben sich im Schreiben
fachlicher Texte durch die schriftliche
Beantwortung der Fragen im online-Teil.</p>
        <p>Teamarbeit, wie in Unternehmen wird in der
Übung am realen Beispiel situativ geübt und
steigert neben den bereits erwähnten
Kompetenzen auch die Innovationskraft, da Menschen
miteinander aus unterschiedlichen
Perspektiven ein Thema erarbeiten.








</p>
      </sec>
      <sec id="sec-9-2">
        <title>Sonstige</title>
        <p></p>
        <p>Es werden Fehler oder Unstimmigkeiten im
Lehrmaterial aufgedeckt.</p>
        <p>Ad hoc gestellte Fragen, die bei dieser Art der
Veranstaltung häufiger zu erwarten sind,
halten die Veranstaltung für den Lehrenden
interessant.</p>
        <p>Für Veranstaltungen, in denen unter 50
Studierende erwartet werden, kann das
Just-in-TimeTeaching sehr gut durch einen Lehrenden
durchgeführt werden. Bei mehr Studierenden wird die
Unterstützung von Hilfslehrkräften benötigt. Stellen
sich die Lehrenden auf die andere
Herangehensweise der Vorbereitung auf eine Lehreinheit um,
können sie mit motivierten, aktiven und
wissensdurstigen Studierenden rechnen. Durch die
Einführung der dritten Feedback-Schleife können
ausführlichere Themen des Software Engineerings an
größeren Beispielen direkt in der Übung in Form von
Teamwork erarbeitet werden.</p>
        <p>Ein Rücklauf von ca. 50% in der Beantwortung
von Fragen in der der von JiTT genutzten
Lernplattform Moodle kann erhöht werden wenn für
die studentische Mitarbeit in Just-in-Time-Teaching
Anreizsysteme geschaffen werden. So können
beispielsweise 10 Bonuspunkte für die Klausur durch
kontinuierliche Beiträge der Studierenden in JiTT
von den Studierenden gesammelt werden. Hierfür</p>
      </sec>
      <sec id="sec-9-3">
        <title>Feedback</title>
        <p></p>
        <p>Die Beantwortung der Fragen in der
Selbststudiums-Komponente der Methode gibt den
Studierenden Feedback, in wie weit sie den
Lehrstoff verstanden haben.</p>
        <p>Die Antworten auf die online gestellten Fragen
und auf die Fragen in der Lehreinheit geben
direktes Feedback über den Lernfortschritt der
Studierenden.
ist allerdings eine Änderung der Studienpläne
nötig. Dies ist in Regensburg erstmals im WS
2012/2013 umgesetzt.</p>
        <p>
          Zusammenfassend lässt sich sagen, dass
qualitativ hochwertiges Lernen vor allem dann
stattfindet, wenn sich die Lernenden unter sinnvoller
Anleitung die Dinge selbst aneignen, selbst Frage- und
Problemstellungen entwickeln, diese als relevant
erkennen und selbst nach Möglichkeiten und
Alternativen der Lösung suchen (
          <xref ref-type="bibr" rid="ref36">Wörner, 2008</xref>
          ).
        </p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-10">
      <title>Ausblick</title>
      <p>
        Um die Zeit der Bearbeitung der ersten
FeedbackRunde zu verkürzen und diese Methode auch für
Lehrveranstaltungen mit mehr als 50 Studierenden
allein durchführbar zu machen, bieten sich Systeme
für die online-Aufgaben an, die Fragen automatisch
auswerten können. Zu diesen gehört LON-CAPA
        <xref ref-type="bibr" rid="ref12">(Kortemeyer et. al., 2008, LON-CAPA)</xref>
        , hinter dem
ein Computeralgebra System verborgen ist. Damit
eignet es sich hervorragend für alle
mathematischen und physikalischen Aufgaben. Diese können
von dem System sogar automatisch randomisiert
werden, so dass die Studierenden je
unterschiedliche Fragen bekommen können. Dies ist ein
wesentlicher Grund, warum das Just-in-Time-Teaching in
Mathematik- und Physik-Lehrveranstaltungen
schnell Fuß gefasst hat. Auf dem Gebiet der
automatischen Auswertung von Lösungen müssen wir
im Software Engineering noch einiges an Arbeit
investieren. Existiert außerdem ein Pool an Fragen
und Antworten, auf den die Lehrenden zugreifen
können, verringert sich auch der Aufwand für die
Erstellung der Fragen für die Selbststudiumsphase.
Aber schon wenn ein paar Aufgabentypen
automatisierbar wären, kann sich das
Just-in-TimeTeaching auch in dieser Disziplin durchsetzen.
      </p>
      <p>Das Design einer geeigneten
Dokumentationsform für Feedback-Ergebnisse und passender
Erklärungsinhalte könnte sich positiv sowohl auf
Zeit- und Gestaltungsressourcen in der
JITTVorbereitung als auch auf die Erfahrungskurve im
Umgang auswirken.</p>
      <p>Werden die erfassten Feedbacks auf einer
Kollaborationsplattform anonym zur Verfügung
gestellt, wäre es auch möglich die Studierenden in
eine weitere Feedbackschleife zu schicken, in der
über die Gesamtergebnisse der zu einer
Lehrveranstaltungsstunde gesammelten Aussagen Stellung
genommen werden kann.</p>
      <p>
        Der Einsatz von strukturierten
Dokumentationsformen zur Erfassung praxisrelevanter
Erkenntnisse zum persönlichen Nachlesen und
Reflektieren sollten ohne Medienbruch als Hilfe
angeboten und jederzeit zugänglich sein. Eine
Patternsammlung könnte angelegt und dynamisch
erweitert werden
        <xref ref-type="bibr" rid="ref28">(Schmolitzky 2011)</xref>
        , welche sowohl für
Erfassung, Beschreibung und Auswahl der
jeweiligen Lehr-Lernmethode als auch die
unterschiedlichen Feedback-Typen zur Verfügung steht
        <xref ref-type="bibr" rid="ref21">(MüllerAmthor 2012)</xref>
        .
      </p>
      <p>Weiter zu untersuchen ist, ob diese Art der
Lehrveranstaltung zu besseren Leistungen der
Studierenden in Klausuren führt. In einer
JiTTbasierten Lehrveranstaltung Software Engineering
verändern die Studierenden ihr Verhalten von
einer passiven hin zu einer aktiven Rolle indem sie
im angebotenen Lernarrangement aktiv
partizipieren..</p>
    </sec>
    <sec id="sec-11">
      <title>Danksagungen</title>
      <p>Die vorliegende Arbeit ist gefördert durch das vom
BMBF finanzierte Verbundvorhaben
"Experimentelle Verbesserung des Lernens von Software
Engineering (EVELIN)", Förderkennzeichen
01PL12022{A,B,C,D,E,F}, Projektträger DLR. Das
Verbundvorhaben EVELIN ist im
Bund-LänderProgramm für bessere Studienbedingungen und
mehr Qualität in der Lehre angesiedelt. Die
Hochschulen Aschaffenburg, Coburg, Kempten,
Landshut, Neu-Ulm und Regensburg sind
Verbundpartner, weitere Informationen unter www.las3.de
und www.qualitätspakt-lehre.de.</p>
      <p>Wir danken auch den Reviewern unseres Artikels,
für ihre konstruktiven Anmerkungen.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-12">
      <title>Literatur</title>
      <p>LON-CAPA: The Learning Online Network with</p>
      <p>CAPA. www.lon-capa.org
konstruktivistischen Methodenbaukasten in der
Software Engineering Ausbildung,
Jahrestagung der Deutsche Gesellschaft für
wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium
e.V. (DGWF) an der Hochschule Regensburg.</p>
    </sec>
  </body>
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